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Göttliche Hilfe im Alltag, Matthäus 6, 25 |
Udo
Forenmeister


Dabei seit: 04.05.2005
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Religion: neuapostolisch
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| Göttliche Hilfe im Alltag, Matthäus 6, 25 |
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Deswegen sage ich euch: Macht euch keine Sorgen um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben wertvoller als die Nahrung und der Leib wertvoller als die Kleidung? (übersetzt nach H. Menge)
Wo du hin gehest, da will auch ich hingehen… (CM369) Es ist die Geschichte der Rut, die mir beim Lesen des Wortes sogleich in den Sinn kam. Meine Hochzeit und mein Leben. Vorher hat es – genauso wie nachher – Höhen und Tiefen gegeben, Wellenberge und Wellentäler. Und immer wieder standen Engel bereit, hilfreich und tröstend Hände zu reichen, wenn es notwendig war. Jedoch, es ist die gemeinsam erlebte Freude auf dem Grund der Liebe und der gegenseitigen Wertschätzung, die nachhaltig wirkt. Mit jedem Tag der geboren wurde, wurden auch die Freude, die Sorge und manchmal auch die Not geboren. Und da ist es leicht zu lesen, „Macht euch keine Sorgen“…
… es stand ein Brüderbesuch an. Das Auto war schon geparkt und wir wollten gerade aussteigen, da erzählte ich meiner Begleitung, dass ich meinen Arbeitsplatz wechseln werde und alle entsprechenden Schritte bereits eingeleitet habe. Ich spürte, dass eine Antwort im Sinne von „nicht gut“, weil im Vorfeld nicht besprochen kommen wollte. Aber sie kam nicht. Etwas hielt diese Antwort zurück und es war auch nie wieder ein Thema.
Es folgte eine gute (fette) Zeit, die durch eine überraschende Kündigung plötzlich beendet wurde. Monate der Arbeitslosigkeit und Bewerbungen waren die Folge. Ebenso überraschend kam das Angebot einer Selbständigkeit. Auf Grund einer Vorsprache kam es zu einer weiteren Bewerbung, die letztlich zu meiner Anstellung bei einer Behörde führte.
Die Unternehmen, bei denen ich beschäftigt war, gibt es heute nicht mehr. Die Standorte wurden im Laufe meiner neuen Tätigkeit geschlossen, viele hunderte Menschen wurden arbeitslos und sind es größtenteils auch heute noch.
… denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen …
Die Zeit der Arbeitslosigkeit verlief nicht sorglos, auch heute noch gibt es diese Sorge; aber es ist nicht die 1.Sorge, nicht die Vordergründige …
Weshalb schreibe ich diese Gedanken? Ich wünschte, sie können den einen oder anderen Leser trösten. Nicht alle haben so etwas erlebt, vielleicht oder bestimmt ähnliches.
Das Niedergeschriebene erfüllt für mich zwei Dinge:
es soll zum Nachdenken anregen
und es soll zeigen, niemand der das Wort Gottes – das Evangelium – erlebt, muss sich abschotten und verstecken, darüber muss nicht im Verborgenen geredet werden. Dann gibt es keine Pannen.
Nur ein kleiner, kurzer Einstieg in das Thema „göttliche Hilfe“
LG
Udo
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10.08.2010 12:30 |
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Dania unregistriert
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Göttliche Hilfe, ich habe sie, daß darf ich bekennen, in vielfältiger Weise erfahren.
Ein Kind sollte geboren werden, es starb unter der Geburt. Trauer, Einsamkeit, weil niemand dieses Leid mit mir teilen wollte, galt es zu überwinden.
Wiederum wurde ein Kind geboren. Todkrank, multimorbid. Es mußte in einer Uniklinik, weit ab von meinem Wohnort, behandelt werden. Eine Zeit der Prüfungen.
Meine drei lebenden, inzwischen erwachsenen Kinder sind alle chronisch krank.
Dennoch, so können wir alle sagen, sind wir an Gottes Hand geblieben, sind immer dankbar für das Erleben seiner göttlichen Liebe und Führung.
Wenn vorbei die Prüfungszeiten..., machen wir uns doch darüber mal Gedanken. Was haben die vergangenen Prüfungszeiten an unserer Seele bewirkt? Ist unser Vertrauen, unsere Verbindung zu Gott inniger geworden?
Von mir kann ich das so sagen und dafür bin ich dankbar.
Dania
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10.08.2010 13:21 |
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fred unregistriert
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aus der Bergpredigt (Mt 6,25):
Gottes Reich und irdische Sorgen
24 »Ein Mensch kann nicht zwei Herren dienen. Er wird dem einen ergeben sein und den anderen abweisen. Für den einen wird er sich ganz einsetzen, und den anderen wird er verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und zugleich dem Mammon.« 25 »Deshalb sage ich euch: Macht euch keine Sorgen um das, was ihr an Essen und Trinken zum Leben und an Kleidung für euren Körper braucht. Ist das Leben nicht wichtiger als die Nahrung, und ist der Körper nicht wichtiger als die Kleidung? 26 Seht euch die Vögel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte, und euer Vater im Himmel ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? 27 Wer von euch kann dadurch, dass er sich Sorgen macht, sein Leben auch nur um eine einzige Stunde verlängern? 28 Und warum macht ihr euch Sorgen um eure Kleidung? Seht euch die Lilien auf dem Feld an und lernt von ihnen! Sie wachsen, ohne sich abzumühen und ohne zu spinnen ´und zu weben`. 29 Und doch sage ich euch: Sogar Salomo in all seiner Pracht war nicht so schön gekleidet wie eine von ihnen. 30 Wenn Gott die Feldblumen, die heute blühen und morgen ins Feuer geworfen werden, so herrlich kleidet, wird er sich dann nicht erst recht um euch kümmern, ihr Kleingläubigen? 31 Macht euch also keine Sorgen! Fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? 32 Denn um diese Dinge geht es den Heiden, ´die Gott nicht kennen`. Euer Vater im Himmel aber weiß, dass ihr das alles braucht. 33 Es soll euch zuerst um Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit gehen, dann wird euch das Übrige alles dazugegeben. 34 Macht euch keine Sorgen um den nächsten Tag! Der nächste Tag wird für sich selbst sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last mit sich bringt.«
(NGÜ – Neue Genfer Übersetzung)
Querverweis Lk 12,22-34: Vom falschen und rechten Sorgen
22 Er sprach aber zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen sollt, auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen sollt. 23 Denn das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung. 24 Seht die Raben an: sie säen nicht, sie ernten auch nicht, sie haben auch keinen Keller und keine Scheune, und Gott ernährt sie doch. Wie viel besser seid ihr als die Vögel! 25 Wer ist unter euch, der, wie sehr er sich auch darum sorgt, seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte? 26 Wenn ihr nun auch das Geringste nicht vermögt, warum sorgt ihr euch um das andre? 27 Seht die Lilien an, wie sie wachsen: sie spinnen nicht, sie weben nicht. Ich sage euch aber, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. 28 Wenn nun Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr wird er euch kleiden, ihr Kleingläubigen! 29 Darum auch ihr, fragt nicht danach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und macht euch keine Unruhe. 30 Nach dem allen trachten die Heiden in der Welt; aber euer Vater weiß, dass ihr dessen bedürft. 31 Trachtet vielmehr nach seinem Reich, so wird euch das alles zufallen. 32 Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben. 33 Verkauft, was ihr habt, und gebt Almosen. Macht euch Geldbeutel, die nicht veralten, einen Schatz, der niemals abnimmt, im Himmel, wo kein Dieb hinkommt, und den keine Motten fressen. 34 Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.
(NGÜ – Neue Genfer Übersetzung)
Von der Freiheit vom Besitz Mt 6,19-34 (Auszüge)
25-34 Die ungeteilte Ausrichtung auf Gott und sein Reich (V.33), nicht aber auf irdische Güter wird durch den anschließenden Abschnitt, der auch Lk. 12,22-31 eine Einheit bildet, nochmals unterstrichen.
25 Das mit »Leben« übersetzte Wort heißt eigentlich »Seele« (vgl. zu 10,28). Es steht hier in keiner Weise im Gegensatz zu »Leib«, sondern ergänzend daneben. Die Schlußfolgerung ist nicht ganz klar, setzt aber voraus, daß Leib und Leben uns vom Schöpfer gegeben sind. Dann führt der Schluß vom Größeren auf das Kleinere zur Überzeugung, daß der Schöpfer von Leib und Leben sicher auch für Nahrung und Kleidung sorgen wird. Schon der erste Satz ist also in der Form eines einsichtigen Weisheitswortes formuliert, wird aber erst unter der Voraussetzung verständlich, daß man Gott nicht nur als Schöpfer von Leib und Leben, sondern auch als gütigen, seinem Geschöpf treuen Schöpfer ansieht. Es setzt also ein Ernstmachen mit Gottes Güte voraus, wie es in Jesu ganzem Wirken und Verkündigen durchbricht, wie es aber für den Menschen ohne ihn alles andere als selbstverständlich ist.
So stellt der ganze Abschnitt dem lächerlichen Ernst des Menschen, der Leib und Leben gerade verpatzt, weil er sich um Nahrung und Kleidung sorgt, die kindliche Geradheit eines Lebens gegenüber, das ernstlich mit Gott rechnet, also mit dem, der Leib und Leben geschenkt hat. Weithin tönen die Sätze wie Weisheitssprüche, die jedermann einsichtig sein sollten, und in der Tat ist der Glaube der Meinung, daß das, was ihm wesentlich ist, völlig natürlich und offensichtlich richtig ist. Aber das ist es erst für den, der sich zum Glauben einladen läßt. Denn neben allerlei einsichtigen Naturtatsachen gibt es immer auch sehr viele uneinsichtige. So liegt der Grund der Freiheit von der Sorge letztlich nur in dem, der dazu aufruft, weil er von seinem Vater im Himmel her lebt und es daher seinen Jüngern schenkt, an ihren himmlischen Vater (V.26.32) zu glauben. Matthäus ist, wie seine Zusammenfassung zeigt, wiederum stärker an der Verwirklichung dieses Lebens im Glauben als an seiner Begründung interessiert, obwohl die Änderung in V.26 zeigt, daß er darum weiß. Wenn aber gerade er verstanden hat, daß sich das Leben des Glaubens so verwirklicht, daß man, befreit von der Sorge für den nächsten Tag, diesen Tag getrost anpacken und leben darf, dann hat er das, was Jesus sagen wollte, gut verstanden. So spiegelt sich in der Schroffheit mancher Formulierungen die Radikalität, mit der Jesus uns zum Leben befreien will; denn wahrhaftes Leben gibt es erst, wo es als Geschenk empfangen und daher in einem grundlegenden Vertrauen gelebt werden darf.
Mt 10,28 „Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können; fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle.“ (NTD)
28 Der Furcht vor den Menschen werden Grenzen gesetzt. Ähnliche Sätze finden sich bei Rabbinen: das Töten eines Königs von Fleisch und Blut ist kein ewiges Töten, wohl aber das des Königs aller Könige; er tötet für diese und die kommende Weltzeit. In der Matthäusform könnte man die griechische Unterscheidung einer unsterblichen Seele vom sterblichen Leib erblicken, wie sie auch ins hellenistische Judentum eingedrungen ist (Weish. 16,13-15; 4.Makk. 13,13-15; 14,6), wäre nicht in der zweiten Hälfte gesagt, daß Leib und Seele in der Hölle zugrunde gehen können. Im Alten Testament bezeichnet »Fleisch« wie »Seele« immer den Menschen als ganzen, nur unter je verschiedenem Aspekt. Das gilt weithin auch für das Neue Testament, wo gelegentlich das im Hebräischen fehlende Wort »Leib« an die Stelle von »Fleisch« treten kann. Beschreibt »Fleisch« vor allem den Menschen als den von Gott abhängigen, Krankheit und Tod unterworfenen, so »Leib« eher als den nach außen in Erscheinung tretenden. »Seele« ist in der Regel mit »Leben« zu übersetzen, weil das Wort den Menschen als lebendigen, für verschiedene Möglichkeiten offenen bezeichnet. Daß »Leib« und »Leben« nur zwei Seiten, keineswegs zwei Teile des Menschen sind, beweist 6,25 (s.d.). Man wird also auch hier besser verstehen: das Leben selbst, das wirkliche Leben können Menschen nicht töten; nur Gott kann den Leib und das ihm gegebene Leben vernichten. Sicher ist an Gott zu denken; nur er verurteilt nach jüdischem Glauben, niemals der Teufel. Wahrscheinlich kann sich Matthäus wie der alttestamentliche und fast durchwegs auch der neutestamentliche Zeuge Leben ohne Leib überhaupt nicht denken. Der Tod des irdischen Leibes aber ist nicht das Ende des Lebens, weil Gott ihm einen neuen Leib schenken wird, der in Gottes Reich leben wird oder in die Hölle geworfen wird. Unklar bleibt, wie weit griechisch-jüdische Vorstellungen sprachlich und vielleicht auch sachlich schon auf die Formulierung einwirken und ob Matthäus von »Vernichtung« oder vom »Verderben« (das Wort kann beides heißen), also vom Ende oder von einem ewigen Zustand des Verderbens in der Hölle redet. Jüdische Lehrer denken (schon zur Zeit Jesu!) z.B., daß nach zwölf Monaten Leib und Seele in der Hölle zugrunde gingen (Billerbeck IV 1180/1). Für Matthäus ist aber nicht die Ausmalung des Zustandes nach dem Tode das Hauptanliegen, sondern der Ruf zur Furchtlosigkeit in diesem Leben, weil nur ein einziger Furcht verdient, Gott selbst.
(aus: „Das Neue Testament Deutsch – NTD, Das Evangelium nach Matthäus“ von Eduard Schweizer, Digitale Ausgabe, 2001)
Unnötige Sorgen (zu Mt 6,25-34)
Jesus macht sich nicht zum Fürsprecher einer ratlosen, gedankenlosen, unbedachten und leichtsinnigen Haltung dem Leben gegenüber; er verbietet uns lediglich, daß wir uns vor lauter Sorge und Angst aller Lebensfreunde selbst berauben.
Rabbinen waren der Ansicht, daß alle erforderlichen Maßnahmen getroffen werden müßten, um mit dem Leben fertig zu werden. Gleichzeitig lehrten sie aber auch: „Wer einen Laib Brot in seinem Korb hat und fragt: 'Was soll ich morgen essen?' ist ein Kleingläubiger.“ Jesus lehrt hier eine Lebenshaltung, die seinen Landleuten wohlvertraut war: Kluge Vorsorge muß mit heiterer Gelassenheit und Vertrauen Hand in Hand gehen.
Wenn Gott uns das Leben schenkt, können wir auch in allem Lebensnotwendigen auf ihn bauen.
Bei Rabbi Simon heißt es: Wenn die Tiere, die dazu erschaffen wurden, mir zu dienen, so ernährt werden, um wieviel mehr werde dann ich ernährt werden, der erschaffen wurde, um meinem Schöpfer zu dienen. Doch ich habe meine Wege verdorben und damit etwas von meinem wahren Wesen eingebüßt.' Es geht hier nicht darum, daß Jesus etwa behaupten will, die Vögel arbeiteten nicht – niemand bemüht sich emsiger um seinen Lebensunterhalt als die Spatzen –, es geht vielmehr darum, daß sie sich keine Sorgen machen.
Als nächstes spricht Jesus von den Blumen (Vers 28-30). Obwohl die Blumen nur einen Tag blühten und dann dazu dienten, den Ofen zu heizen, wenn die Frauen eilig etwas zubereiten wollten, kleidete Gott sie mit einer Schönheit, wie kein Mensch sie nachzumachen imstande ist. Wenn Gott einer Blume von so kurzer Lebensdauer solche Schönheit verleiht, um wieviel mehr wird er dann für die Menschen sorgen? Wenn Gott schon Blumen, die nur einen Tag blühen, so verschwenderisch bedenkt, wird er erst recht die Menschen, die Krone der Schöpfung, nicht vergessen.
Derartige Sorgen seien für Heiden bezeichnend, nicht aber für die Menschen, die wüßten, wie Gott sein (Vers 32). Besorgnis ist ihrem Wesen nach Mißtrauen gegenüber Gott. Als Christen, die an die Liebe Gottes glauben, dürften wir uns überhaupt keine derartigen Sorgen machen.
Indem wir uns darauf konzentrieren, den Willen Gottes anzuerkennen und zu befolgen, vertreiben wir unnötige Sorgen. Wir alle wissen, wie sehr die Liebe alles andere verdrängen kann, wie sie uns in unserer Arbeit inspirieren, unser Tun intensivieren, unser Leben läutern und uns völlig beherrschen kann.
Schließlich sagt Jesus noch, daß alle Sorgen sich dadurch vertreiben lassen, wenn wir Kunst beherrschen lernen, immer nur an das im Augenblick Erforderliche zu denken (Vers 34). Ein jüdischer Ausspruch besagte: „Mach dir keine Gedanken über das, was morgen Schlimmes sein könnte, denn du weißt ja nicht, was der heutige Tag dir bringen wird. Vielleicht bist du morgen gar nicht mehr am Leben, und sorgst dich um etwas, was dich gar nicht mehr betrifft.“ Wenn wir jeden Tag hinnehmen, wie er kommt, wenn wir jede Aufgabe meistern, die im Augenblick an uns herantritt, dann muß auch die Summe aller Tage gut sein. Jesus rät uns, den Erfordernissen eines jeden Tages gerecht zu werden, ohne daß wir uns schon jetzt um die ungewisse Zukunft und Dinge, die womöglich nie passieren, Sorgen machen.
(nach: Barclay Auslegung, Evangelium Matthäus 1, Auszüge aus S.228-231, Aussaat Verlag, 2006)
Macht euch keine Sorgen! (zu Mt 6,25-34)
Die Worte Jesu strahlen Gelassenheit aus. Sie sind aber auch heikel: Bei der Versorgung mit Nahrung, Wohnung und Kleidung kann es schließlich um Leben oder Tod gehen. Nun ist nichts gegen eine vernünftige Vorsorge zu sagen. Aber entscheidend ist, ob es in sinnvollem Maß geschieht. Das Ego möchte in seiner Sorge Kontrolle über die Zukunft haben; wobei doch jeder weiß, dass es unmöglich ist, sie in den Griff zu kriegen, auch wenn man vorsorglich Reichtümer anhäuft. Unsicherheit wird immer bleiben.
Darum rät Jesus, sorgenvolle Gedanken, die unnütz und kraftraubend sind, zu vermeiden. Und er nennt eine Alternative dazu: „Trachtet am ehesten nach dem Reich Gottes …, so wird euch das alles (das Notwendige) zufallen.“ Dabei wird zweierlei möglich.
Zum einen: Wer seine Erwartungen kraftvoll auf Gott richtet, bei dem verlieren Sorgen und angstvolle Gefühle ihre Macht. Zum anderen: In einer vertrauensvollen Haltung lassen sich erstaunliche Erfahrungen machen, denn aus unerwarteten Quellen fällt Menschen oft das Nötige in den Schoß. Manchmal sogar im Übermaß.
(aus: „Für ein befreites Leben“ von Redelf von Busch, S.66/67, Vandenhoeck & Ruprecht, 2007)
meine persönlichen Gedanken zum Bibelwort und für den Gottesdienst
Jetzt wird vielleicht wieder gedacht, dass ich mich doch um das Würdigwerden für die Wiederkunft Jesu kümmern muss und nur im Augenblick zu leben, dass ist ja die „böse“ Spass-Gesellschaft, mit der ich nichts zu tun haben will.
Wenn ich im Augenblick mit Jesus lebe, dann ist er in mir schon wiedergekommen. Dann brauche ich nicht dafür zu sorgen, um nicht von Jesus, wie von einem Dieb in der Nacht, überfallen zu werden. Dann habe ich keine Sorgen, ob ich würdig bin oder ob ich es schaffe zukünftig noch dieses oder jenes zu überwinden. Ich lebe ja schon mit Jesus zusammen – in einer innigen persönlichen Beziehung in meinem Leben, jetzt, gegenwärtig, im Augenblick! Wenn Jesus nicht bei mir leben wollte, dann würde er es nicht tun.
Jesus liebt dich und mich. Dafür braucht er keine irgendwie geartete Würdigkeit als Vorleistung. Wer JA zu Jesus und seiner Errettung sagt, ist würdig, weil er die Würdigkeit, die Gott für jeden Menschen bereithält, annimmt. Das ist die Aufgabe für jeden Augenblick, jeden Tag in meinem Leben: JA zu Gott und meiner Erlösung durch Jesus zu sagen.
Wenn ich versuche jeden Augenblick meines Leben gemeinsam mit Jesus zu durchleben, dann hat das Reich Gottes, das ewige Leben mit Gott schon begonnen. Durch meine Unvollkommenheit, bin ich körperlich noch von Gott getrennt, aber meine Seele übt sich schon, vollkommen zu werden. Das wirkt sich dann wieder auf mein Handeln im Alltag aus, der Sorgen enthält, die ich aber aus meiner Beziehung zu Jesus Christus gelassener angehen kann – was oft nicht gelingt. Bei der Wiederkunft Christi wird aus meinem Leben MIT Jesus/Gott ein Leben BEI Jesus/Gott. Durch die Wiederkunft Christi fällt die Unvollkommenheit von uns Menschen ab, denn für sie ist bei Gott kein Platz.
Gelassen, offen, weit, liebevoll soll mein Glaubensleben sein, erfüllt vom Angekommen-Sein bei Jesus und vom Angenommen-Sein durch ihn. Da fallen Sorgen und Ängste weg, die durch Liedtexte, wie „Dann stehst du und wartest draußen vor der Tür, dann stehst du und klopfest, niemand öffnet dir.“ entstehen. Ich kann leben, wie ein Kind, im Augenblick – ganz in das versenkt, was im Alltag gerade nötig ist. Jesus lässt mich als Kind zu sich kommen. Im Augenblick, im Hier und Jetzt in der Fülle des Alltags, die aus Sorgen, Freuden und Durchschnittlichem besteht und in der Fülle der Schöpfung Gottes, kann ich als Kind Gottes mit Jesus zusammen von einem Augenblick zum nächsten Augenblick gehen.
Was ist das besondere an einem Augenblick, den ich ganz auslebe? Es ist ein Stückchen Ewigkeit. Es heißt, in der Ewigkeit gibt es keine Zeit mehr. Man kann sagen, Ewigkeit ist ein (immerwährender) Augenblick. Oder man kann sagen, Ewigkeit ist Sein – Sein bei und in Gott. Wenn ich einen Augenblick erfüllt, ganz bei mir und mit aller mir möglichen Aufmerksamkeit erlebe, dann bin ich einfach nur noch – es gibt keine Zeit mehr. Das ist ein Stückchen Sein, ein Hauch von Ewigkeit, ein erlebbarer Hauch des ewigen Lebens. Wenn ich Jesus in jeden Augenblick meines Lebens einlade, auch wenn ich nicht oft an ihn denke, dann weiß ich, dass er nicht Nein sagt und dass jeder Augenblick, den ich ganz erfüllt, ganz bei mir und mit aller mir möglichen Aufmerksamkeit erlebe, ein winziger Vorgeschmack, der Ewigkeit in meinem Leben ist, wenn ich mich darauf einlasse – im Alltäglichen, im Haushalt, im Beruf, im Miteinander in der Familie und mit Freunden, wenn es mit schlecht geht und wenn es mit gut geht.
Wenn ich dieses Vertrauen in die Augenblicke meines Lebens wage, dann können Sorgen zu Aufgaben, Impulsen und Möglichkeiten werden, die sich im Nacheinander der Augenblick bewältigen lassen. Bewältigte Sorgen schenken dann wieder Vertrauen in die Augenblicke meines Lebens. In diesem Vertrauen ist mir Gott ganz nahe. Diese vertraute Nähe schafft Freude, die man nach außen trägt, zumeist im Verhalten und im Handeln und wenn es unbedingt nötig ist, auch mit Worten.
Eine Anweisung, sich nicht zu sorgen, ist nicht der Ausgangspunkt für eine Entwicklung, denn Anweisungen, die man erfüllt, um sich irgendwann zu freuen, führen regelmäßig zu Frust. Wenn ich aber wahrnehme und erfahre, dass Gott für alles Notwendige sorgt, wenn ich es nicht kann, dass Gott mich aus lauter Liebe begleiten möchte und auf ewig bei sich haben möchte, dann begeistert mich das, dann erzeugt das Freude in mir. Zuerst die Freude über Gottes Sorgen für mich und daraus mein Bemühen, mich nicht über Gebühr bzw. unnötig zu sorgen – das ist die richtige Reihenfolge, die, wiederum mit Gott Hilfe, zum Erfolg führt und ein positives Gottesbild entstehen lässt, dass mir Leben und Glauben leicht macht. Diese Leichtigkeit und Zuversicht ermöglichen dann, auch schwere Lebensphasen zu bewältigen, wenn nicht gefühlt besser, so aber höchstwahrscheinlich anders, wie ohne diese Leichtigkeit und Zuversicht in einem gelassenen, offenen, weiten und liebevollen Glaubensleben.
Ich wünsche uns allen einen Gottesdienst,
in dem aus Freude über Gottes Sorgen für uns, unsere Sorgen auf das notwendige Maß reduziert, aber keinesfalls weggepredigt werden
Fred
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von fred: 13.08.2010 11:27.
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13.08.2010 01:07 |
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detlef
jenseits von gut und böse;-)


Dabei seit: 20.07.2005
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Familienstand: Verheiratet Religion: neuapostolisch Herkunft: Essen (NRW)
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noch etwas Schönes von William Barclay dazu:
Angst und Friede sind Sache des menschlichen Herzens,
nicht der äußeren Umstände, in denen der Mensch lebt.
Der Mystiker Johannes Tauler (gest. 1361) begegnete eines Tages einem Bettler,
der auf seine Worte: „Gott schenke dir einen guten Tag, mein Freund", erwiderte:
„Gott sei Dank, daß ich nie einen schlechten erlebt habe."
Darauf sagte Tauler: „Gott schenke dir ein glückliches Leben."
„Gott sei Dank", sagte der Bettler, „daß ich noch nie unglücklich war."
Erstaunt fragte Tauler: „Was willst du damit sagen?"
„Nun", sagte der Bettler, „wenn das Wetter gut ist, danke ich Gott dafür;
wenn es regnet, danke ich Gott dafür; wenn ich genug habe, danke ich Gott dafür;
wenn ich hungrig bin, danke ich Gott dafür;
und da Gottes Wille auch mein Wille ist, das, was ihm gefällt, auch mir gefällt,
weshalb sollte ich dann also behaupten, ich sei unglücklich, wenn es doch nicht zutrifft?"
Verwundert blickte Tauler den Mann an. „Wer bist du?" fragte er.
„Ich bin ein König", sagte der Bettler. „Wo ist denn dein Königreich?" fragte Tauler.
Darauf erwiderte der Bettler ruhig: »In meinem Herzen."
William Barclay
__________________ Mit der Liebe ist es, wie mit den Broten und Fischen bei der sogenannten Speisung der 5000:
Du hast scheinbar nie genug davon!
WANN fängst Du endlich an auszuteilen??
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13.08.2010 22:43 |
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