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Zum Ende der Seite springen Markus 16, 15.16 - Bibelwort aus dem 'unechten' Markusschluss
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fred
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Markus 16, 15.16 - Bibelwort aus dem 'unechten' Markusschluss Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

15 Und er sprach zu ihnen: »Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium der ganzen Schöpfung. 16 Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verurteilt werden. (NTD – Das Neue Testament Deutsch, Das Evangelium nach Markus, übersetzt von Eduard Schweizer)

meine persönlichen Gedanken zum Bibelwort

Dass die Verse 9 – 20 nicht von Markus stammen, ist eindeutig. Ob von ihm weitere Verse nach Vers 8 geschrie­ben wurden, ist derzeit unbekannt. Es würde zu Markus' oft negativen Menschenbild passen, dass er nach Vers 8 nichts mehr verfasst hat. Sehr oft haben die Menschen, über die er schrieb, eben doch nicht geglaubt bzw. nicht nach ihrem Vorbild, Jesus, gehandelt. Darüber schien Markus oft enttäuscht zu sein.

Wie gehe ich nun mit den Schlussversen um? Da sich der Sendungsauftrag/Missionsbefehl und die Himmelfahrt Christi nicht nur im nicht-markinischen Markusschluss, sondern ebenso in Mt 28,16-20, Lk 24,47-49, Joh 20,21 und Apg 1,4-8 bzw. in Lk 24,50-53 und Apg 1,1-11 finden, ist der „unechte“ Markusschluss in diesen Bezügen in Ordnung. Die Verse 9 – 20 erscheinen mir als eine kurze Zusammenstellung aus Worten der anderen Evangelien und des Alten Testamentes. Es findet sich eine nachvollziehbare Reihenfolge darin – sie erscheint mir allerdings auf die Absichten des Schreibers, ca. 30 bis 40 Jahre nach der Erstellung des Markusevangeliums, fixiert, der gerne verdammt und Jesu Wirken auf sein Wunderwirken reduziert.

Davon ausgehend, auf das Wirken Jesu und der Masse der gläubigen Christen in heutigen der Zeit schließen zu wollen, erscheint mir äußerst fragwürdig – obwohl ich solche Taten im Einzelfall nicht ausschließen möchte. Die Verdammung von Jesu her, schließe ich allerdings, als total verzerrtes und an das Alte Testament gebundenes Gottesbild, aus. In zugesprochener Verurteilung und Verdammung kann ich Jesu Wesen und Wollen nicht erken­nen und daher entspringen solche Worte für mich nicht aus dem Geiste Jesu. Sie entspringen eher der persönli­chen Anschauung und Situation des Schreibers, zwar gut meinend, aber leider drohend heilsausschließend.

„Wenn-dies-nicht,-dann-Verdammung“-Botschaften sind nicht das Evangelium Jesu Christi. Christi Evangelium ist
- eine frohe Botschaft,
- einladend,
- zu tiefst menschenfreundlich,
- für eine einfache und nicht überhöht heilige Umsetzung im Alltag gedacht,
- aus der Liebe inspiriert,
- geduldig die Änderung der Haltung der Menschen erwartend,
- liebevoll und kraftvoll unterstützend,
- ein Angebot zum Leben mit und aus der Liebe Gottes.

Dass Unglaube Gott und Jesus gegenüber nicht zu Gott führt, ist das Normalste auf der Welt. So eine Aussage kann und darf keine Drohung sein, sondern ist eine FESTSTELLUNG – weiter nichts – nicht mehr und nicht weni­ger! Einen Vorteil hat der Begriff „Unglaube“: in ihm ist korrekt das Gegenteil von Glaube beschrieben. Unglaube und NICHT der Zweifel ist das Gegenteil von Glaube. Zweifel und Glaube sind ein Paar, dass zusammengehört, wie Aussaat und Ernte. Ohne Aussaat keine Ernte und ohne aus der Ernte entnommene Saat keine Aussaat. Ohne Zweifel (Hinterfragen/Nachdenken) am Bestehenden kein Glaube und ohne Glaube an aktuell Bestehendes, das je nach Lebensphase total unterschiedlich ist, kein Zweifel.

„Aber das 'geht' doch nicht“ - „das habe ich aber ganz anders gelernt“ – „jetzt verunsicherst du mich aber“. Natür­lich 'geht' das. Wenn man Zweifel und damit meist auch liebend gerne Zweifler verdammt, verurteilt, ausschließt, meidet, ausgrenzt, dann richtet man und verhärtet seine Seele, man wird zum Heuchler. Man richtet zumeist das, was man an sich selbst nicht mag. Man verbietet sich damit selbst Regungen in der eigenen Seele. Das verhärtet nach innen und außen. Das hat nichts mit Jesus Willen für uns zu tun (Mt 7,1-6): „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden. Was siehst du aber den Splitter [z.B. Zweifel] in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken [z.B. Überheblichkeit, Lieblosigkeit, Allein-seligmachende-Rechtgläubigkeit] in dei­nem Auge? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen?, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge. Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst. Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen, damit die sie nicht zertreten mit ihren Füßen und sich umwenden und euch zer­reißen.“

Nur mal laut gedacht: „Wer ist hier der Hund bzw. die Sau?“ Ich, der ich nach Jesu Worten, der Heuchler bin. Ich, der ich denke „Recht so, jetzt hat der Heuchler endlich 'sein Fett' abbekommen“. Ich und jeder andere Mensch sol­len Gottes und Jesu Liebe nicht vor meine bzw. seine Füße werfen!

Warum will ich eigentlich richten, wenn Gott es nicht tut? Weil ich folgende Worte bisher nicht durch Jesu Liebe gesehen habe: „Ach, dass du kalt oder warm wärest! Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.“ (Offb 3,15b.16). Wer glaubt, ist warm und wer ungläubig ist, ist kalt – darauf kann man sich schnell einigen. Wer zweifelt ist lau? Nein, wer zweifelt, ist nicht ungläubig – er glaubt weiterhin, er hat weiterhin einen Gottesbezug. Daraus kann Unglaube werden, wenn pausenlos gezweifelt wird. Aber warm und kalt sind ja die guten Teile. Damit wird sogar der Unglaube nicht automatisch von Gott verdammt und auch nicht verurteilt, wie der Schreiber des „unechten“ Markusschlusses in Mk 16,16b schreibt!

In Vers 17 der Offenbarung geht es weiter: „Du sprichst: Ich bin reich und habe genug und brauche nichts!, und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß.“ Damit ist jeder gemeint, der meint, einen fes­ten unverrückbaren und evtl. sogar einzig wahren Glauben gefunden zu haben und diesen, mit wenig oder keiner Beschäftigung mit seinen Inhalten im Abgleich mit Christus, verteidigend durch die Jahrzehnte des Lebens brin­gen zu können. Wer nur teilweise so eingestellt ist, gerät in eine Abwehrhaltung, die vor den Nächsten nicht halt macht. Beim Blick vom Bergfried der eigenen Glaubensfestung kommt leicht das Denken auf, dass man alles rich­tig gemacht hat und dieses Bollwerk als Selbstvergewisserung nur schön pflegen muss, um die Welt und alles an­dere Denken draußen zu halten. Der Umgang mit den Nächsten wird schwierig, man ist aber froh, dass man, den hohen Mauern sei's gedankt, nicht mehr tiefgehend und schon gar nicht kritisch über geistliche Themen spricht.

Wie verträgt sich denn solch ein festes Glaubenshaus mit Jesu Aussage in Mt 8,20 „Jesus sagt zu ihm: Die Füch­se haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.“ Als Gläubiger bin ich aufgefordert, mich auf den Weg zu machen und mich nicht in einer Festung zu verschanzen. Ich soll zu meinen Schwächen stehen und angreifbar sein, nicht nur für von Gott entfernende Einflüsse, sondern besonders für von Gott kommende Einflüsse. Wenn ich ungeschützt und angreifbar bin, dann erreicht mich die göttliche Liebe und sein Schutz unmittelbar, ohne unzählige Kontrollen meiner anerzogenen und darauf aufbauenden Mauerringe der Festung, und ich brauche mich nicht mehr sorgen, was morgen ist, weil ich mich nicht mehr selbst schützen muss, denn das hat Gott übernommen. Wenn ich ungeschützt und angreifbar bin, dann bin ich immer in Bewegung, mal hierhin und mal dahin, jedoch meist in Richtung oder besser noch mit Gott: mein Glaube lebt. In meiner Glaubensfestung bin ich angebunden und die Freiheit in und aus Christus ist für mich kein Thema, ich suche nicht mehr Gottes Schutz, ich bin ja sicher, ich habe meine Grube und mein Nest, aber mein Glaube ist tot, freundlicher ausgedrückt – er stirbt langsam ab. Dann trifft Offb 3, 17 „Ich bin reich und habe genug und brauche nichts!, und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß.“ zu.

Wenn ich verurteile, wie der Schreiber in Mk 16,16b, verdamme, richte, meines Glaubens sicher zu sein scheine, mich in meinem Glauben verschanze, mein Nest und meine Grube für so wichtig erachte, dass ich sie nicht mehr verlassen will, dann bin ich zu einem Pharisäer geworden (vgl. Lk 18,9-14 „Vom Pharisäer und Zöllner“), der betet: „Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner“ und wie diese Zweifler, Quertreiber, Querdenker, konfessionell Andersgläubigen, Ungläubigen, die nie Ruhe geben und alles schlecht machen und um meine Festung streichen. Wenn ich in die Nähe dieser Gedanken komme, dann werde ich lau. Dann ist es nur noch ein kleiner Schritte zu Überheblichkeit, Lieblosigkeit, Allein-se­ligmachender-Rechtgläubigkeit und ich bin lau und werde ausgespien. Dieses Ausspeien ist aber auch kein akti­ver Akt Gottes, sondern die folgerichtige Konsequenz meines Handelns. Dabei ist Gott kein strafender Gott und auch kein richtender Gott. Gottes richten ist Gnade. Wenn ich diese Gnade durch „festungshaftes Verhalten“ und eigenes Richten ausschlage, dann falle ich aus Gottes Mund.

Als Christ soll ich mir kein Nest, keine Grube bauen, geschweige denn einen Glauben bauen – denn der ist allein von Gott geschenkt und braucht nicht gebaut zu werden. Ich brauche nur, wie der Zöllner in Lk 18,13b sagen: „Gott, sei mir Sünder gnädig!“. Das kann ein Zweifler genauso wie ein Gläubiger. Der Adressat ist Gott, bei Bei­den. Und wenn ich an Gott zweifle, dann kann ich immer noch sagen: „Wenn es dich, Gott, gibt, dann zeige mir, dass es dich gibt“ oder zumindest „geben könnte“. Gott wartet nur auf solche Aufforderungen.

Wenn ich von Gott Glauben, Liebe, Gnade annehme, meine Schwächen und Unzulänglichkeiten nicht so schwer nehme und akzeptiere, weil ich als Mensch niemals vollkommen sein werde, aber getragen von Gottes Liebe und der sich daraus entwickelnden Freude mit diesen Schwächen und Unzulänglichkeiten nach und in Jesus Wesen umgehe und mit meinem Nächsten so liebevoll und nachsichtig, wie mit mir, umgehe, dann bin ich eine Predigt, die keiner Worte bedarf. Auch wenn dies nur ab und an passiert, fällt es auf. Ein kleines bißchen Evangelium ab und an zu leben, im Alltag, ganz einfach, echt, zu mir passend, in meiner Weise aus mir heraus, leuchtet in die Welt und irgendjemand wird dieses Licht sehen, den Liebe bzw. eine liebevoll Haltung (auch hinter einer profes­sionellen Fassade im Beruf bzw. hinter Haushalts- und Kinderstress) bleibt nicht verborgen. Dann werde ich und bin ab und zu ein lesbarer Brief Christi, der im fünften Glaubensartikel leider nicht mehr erwähnt wird.

In der Luther-Übersetzung steht leider nur, dass das Evangelium aller Kreatur (Menschen und Tieren) gepredigt werden soll. In anderen Übersetzungen (siehe oben) wird an dieser Stelle „Schöpfung“ übersetzt. Das ist ein Hin­weis, dass das Evangelium predigen ganzheitlich gemeint ist. Einmal auf mich bezogen: Körper, Psyche, Verstand und Seele. Für alles zusammen gilt das Evangelium und die Verheißungen Jesu und alles soll dem Evangelium dienen. Zum Anderen: der Schöpfung predigen heißt, verantwortlich zu leben, in allen Dingen: z.B. Umweltschutz, Spenden gegen den Hunger in der Welt, achtsam gegen Alles und Jeden sein (- wenn nur das mir als glaubens­mäßiger Zugang hilft: denn Gott ist in Allem -), soziale Verantwortung im eigenen Umfeld, Ressourcenschonung, Erziehung der Kinder zur Verantwortlichkeit, Freiheit und Demokratie wert schätzen und unterstützen, Menschen­rechte achten und verteidigen, Menschlichkeit anstelle von gesellschaftlichen Moden und Normen (z.B. sich vom immer mehr haben wollen, zum Sein entwickeln), kritisch und kritikfähig werden, um bezüglich der Schöpfung und den Mitmenschen entscheidungsfähig zu werden, uvm.

Das Evangelium durch Leben zu predigen, heißt auch, nicht stereotyp alles zu verteufeln, was vom Christentum und von Kirchen schon immer bekämpft wurde. Das Evangelium durch Leben zu predigen, heißt auch, nicht nur an das zu glauben, was sich wissenschaftlich nachweisen lässt. Das spricht einerseits für den Glauben im religi­ösen Sinn, andererseits auch für das Akzeptieren und Annehmen andersartiger Lebensformen und -entwürfe. Alles, was mich erreicht, wirkt in irgendeiner Weise in und an mir. Abschotten und Ausweichen hilft nicht, auch wenn ich anderer Meinung bin. Offenheit und Gott als Wegweiser helfen beim Umgang mit Allem, was mich er­reicht. Das selbstverantwortliche Prüfen (1Thess 5,21: „Prüft aber alles und das Gute behaltet“) und Handeln (Lk 19,13: „Der ließ zehn seiner Knechte rufen und gab ihnen zehn Pfund und sprach zu ihnen: Handelt damit, bis ich wiederkomme!“) und das Vertrauen auf Gottes Wegweisung geben mir die nötige Sicherheit bzw. Unsicherheit. Wenn mich keinerlei Wegweisung von Gott erreicht, dann ist diese von Gott her unnötig und ich soll endlich lernen mich selbst zu lieben, mir zu vertrau­en und verantwortlich zu handeln. Habe ich alles meine Pfunde vergraben, bis auf das, das Glauben heißt? Oder predige ich das Evangelium in meinem Leben mit allen Pfunden, die ich von Gott körperlich, psychisch, geistig, seelisch empfangen habe? Ich wünsche uns allen einen lebensbejahenden, zur Fülle in Gottes Schöpfung hinführenden Gottesdienst.

Liebe Grüße
Fred

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von fred: 23.07.2010 12:05.

23.07.2010 00:41
fred
unregistriert
Erläuterungen zum Markusschluss - Kap. 16, 9-20 Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Das Merkwürdigste [in Kap. 16] ist der Abbruch in V.8 (vgl. zu 9-20 und den Exkurs »Markusschluß«). V.7 könnte auch erst vom Redaktor eingefügt worden sein; die besondere Nennung des Petrus kann sich auf seine Verleugnung oder auf die Tatsache der Ersterscheinung vor Petrus (1.Kor. 15,5) beziehen. Die Differenz in den Frauennamen spricht eher dafür, daß die Geschichte zuerst relativ selbständig, aber natürlich im Kontext der der Gemeinde bekannten Passion Jesu erzählt wurde; denn sie setzt die Kenntnis der Kreuzigung am Freitag, der Bestattung ohne Salbung und der Anwesenheit der Frauen voraus. ...

Der Markusschluß kann verschieden erklärt werden. Ganz unwahrscheinlich ist, daß V.7 ein echtes, unerfülltes Jesuswort enthält, das erwartete, daß er als Auferstandener an der Spitze der Jüngerschar nach Galiläa ziehen werde … . Solche apokalyptischen [= endzeitlichen] Einzelvorstellungen finden wir bei Jesus nirgends, und jedenfalls hat Markus das Wort nicht so verstanden, weil nach ihm Jesus schon unterwegs zum Ort der Begegnung ist (Gegenwartsform!). Die Vermutung, Markus erwarte in nächster Zeit den Jüngsten Tag mit der Erscheinung des Menschensohns in Galiläa und breche mit V.8 ab, weil nur noch die Erfüllung von V.7 ausstehe, hat keine tragfähige Grundlage … . Gewiß kann das Erleben der Parusie [= Wiederkunft] mit »sehen« bezeichnet werden (Mk. 13,26; 1.Joh. 3,2; Offb. 1,7; 22,4), aber auch die Begegnung mit dem Auferstandenen (1.Kor. 9,1; Joh. 20,18; die häufige Wendung »erschien dem...« heißt genau »wurde gesehen von...«). Mk. 14,62 schließt Sehen des Erhöhten und einst Kommenden im gleichen Wort zusammen. Da die Parusie noch relativ fern ist - sonst würde nicht ein ganzes Evangelium geschrieben -, die Auferstehung aber 8,31; 9,9.31; 10,34 angesagt und soeben (16,6) verkündet wurde, muß man doch V.7 darauf beziehen. Die Auskunft, die Parusie Jesu werde sich in der Heidenmission in Galiläa vollziehen, stimmt jedenfalls für Markus (13,10.24-27!) nicht mehr. Auch die gesonderte Nennung des Petrus weist darauf hin, daß die Geschichte seiner Verleugnung und Reue noch nicht zu Ende erzählt und noch eine Begegnung des auferstandenen Jesus mit ihm (1.Kor. 15,5; Lk. 24,34; Joh. 21,15-19) zu erwarten ist. Eher wäre denkbar, daß Markus mit V.7 auf die Erscheinungen des Auferstandenen nur gerade hinweisen will, weil er keinerlei Einzelheiten mehr kennt und sich darum mit der Botschaft von V.6 und ihrem ausdrücklichen Hinweis auf das leere Grab begnügen muß. Nur erklärt das in keiner Weise das Schweigen der Frauen und den abrupten Schluß. Auch daß die Auferstehung, um die die Gemeinde weiß, ein solches Mysterium sei, daß es ähnlich dem Messiasgeheimnis nur gerade als solches angedeutet werden kann, ist angesichts der klaren Ansagen nicht wahrscheinlich. Erst recht unmöglich ist die Hypothese, hier werde geradezu gegen den Auferstehungsglauben der durch die Jünger repräsentierten Jerusalemer Gemeinde gekämpft. Zwar ist der Auferstandene für Markus nicht im gleichen Sinn gegenwärtig wie der Irdische und Wiederkommende (s. zu 2,20). Zwar sind die Jünger als unverständig geschildert; aber einmal gilt das nicht durchwegs (3,14f.; 6,7-13.30.41; 8,6; 10,28-30), dann sind sie ja Galiläer und schließlich müßte von ihrem Unglauben, nicht vom Schweigen der Frauen erzählt werden, wenn in ihnen die Jerusalemer Gemeinde getroffen werden sollte. Angesichts von 1.Kor. 15,5-8 (vgl. 11!) und der Tatsache, daß Paulus nur eine Urgemeinde kennt (Gal. 1,17f.; 2,1), die er schon vor seiner Berufung, als er sie noch verfolgte, als einheitliche sah (Gal. 1,22f.), ist fast undenkbar, daß es Gruppen gab, die nichts von Auferstehungserscheinungen wußten. Dann muß sich aber 16,7 darauf beziehen. Man kann also nur annehmen, daß der Schluß des Evangeliums verloren ist, ist es doch auch schwer vorstellbar, daß ein Buch mit dem in V.8 Gesagten, ja mit dem Wörtlein »nämlich« geschlossen hätte. Darin sind vermutlich Erscheinungen in Galiläa, vielleicht eine Ersterscheinung vor Petrus und eine weitere vor den Zwölfen (1.Kor. 15,5), erzählt worden. Nicht ausgeschlossen ist, daß in Mt. 28,9f.16ff. noch etwas von dem sichtbar wird, was er in Markus gelesen hat. Die Schilderung einer rein-himmlischen Erscheinung könnte Anstoß erregt haben und bewußt weggelassen worden sein. Das könnte auch erklären, warum die 1.Kor. 15,5-8 aufgezählten Erscheinungen in der Tradition der Evangelien verschwunden sind. Doch bleibt das unbeweisbare Vermutung, und da es für auf Papyrusblätter wie in Rollenform geschriebene Werke Belege gibt, daß der Buchschluß relativ leicht verlorengehen konnte, ist eher an zufälligen Verlust zu denken. Es gibt sogar eine späte Handschrift, die zufällig gerade bei 16,8 abbricht, obwohl sie sicher mehr enthalten hat. Markus denkt sich die Jünger in Jerusalem (V.7); historisch gesehen ist die Erinnerung an 14,28 wahrscheinlich der Versuch, die gesondert umlaufenden Traditionen vom leeren Grab und von den Erscheinungen in Galiläa zu verknüpfen und zugleich die Flucht der Jünger nach Galiläa nachträglich zu entschuldigen, d.h. auf einen Befehl Jesu zurückzuführen (vgl. unten). Daß die Jünger nach Hause flohen, ist wahrscheinlich, weil sie bei Jesu Kreuzigung und Grablegung nicht, am offenen Grab erst in späten Traditionen auftauchen und weil Lukas auch sonst eine theologische Vorliebe für Jerusalem zeigt. Außerdem müssen sie früher oder später in Galiläa gewesen sein, weil sie nachher dauernd mit ihren Familien, die sie vorher nicht begleitet haben, in Jerusalem wohnen. ...

Der Abschnitt [mit den Versen 9-20] fehlt in den ältesten Handschriften; einige Kirchenväter kennen ihn, andere bezeugen sein Fehlen. Die Sprache, vor allem die Bezeichnung Jesu als »der Herr«, ist nicht markinisch ...; das bei Markus überaus häufige, die Erzählung weiterführende »und« (besonders am Anfang eines Abschnitts) fehlt fast, ebenso die sehr beliebten Wendungen »sogleich«, »wiederum« u.a.m. Umgekehrt steht das dreimal verwendete Wort für »gehen« (V.10.12.15) nie bei Markus. Der ganze Wortschatz (ausg. »Todbringendes« V.18) findet sich auch in der LXX [= Septuaginta, die älteste durchgehende Bibelübersetzung – in Altgriechisch]. Einzigartig ist ferner die Tagesangabe V.9 (s. zu V.2); »er lebt« als Hinweis auf die Auferstehung steht außer 2.Kor. 13,4 erst bei Lukas; die drei Verben für »erscheinen« tauchen sonst erst im 2. Jh. n. Chr. auf und das für »emporgehoben« wird erst spät auf Jesus angewendet. Sachlich sind überall Erzählungen von Lukas, wohl auch Matthäus und Johannes vorausgesetzt (s. unten). Außerdem paßt V.9 nicht zu V.1-8; Maria von Magdala war V.1 ja schon mit andern zusammen genannt (»früh am ersten Tag«, V.2), mindestens hätte die nähere Bezeichnung (V.9 Ende) dann dorthin gehört; auch wird V.9 kein Subjekt eingeführt, nach V.5-7 müßte man eigentlich an den Engel denken. Das zeigt, daß der Abschnitt nicht einfach als spätere Fortsetzung des jäh abbrechenden Markusevangeliums komponiert ist. Ist es eine, vielleicht für Unterrichtszwecke geschaffene, Zusammenfassung der Osterberichte? Nach sehr unsicherer Tradition soll sie auf den Presbyter [= Älterer/Ältester] Aristion (um 100 n. Chr.) zurückgehen. Mindestens die lukanischen Schriften hat der Verfasser wohl gekannt, vermutlich auch die übrigen Evangelien, obgleich er sie mit viel eigener Tradition vermischt. Aber durchs ganze 2. Jh. hindurch wurden selbst Herrenworte noch sehr frei weitergegeben und umgestaltet, auch wo die Evangelien sicher bekannt waren.
(aus: Das Neue Testament Deutsch (NTD) - Das Evangelium nach Markus, von Eduard Schweizer, digitale Ausgabe 2001; Auslassungen … und Erklärungen in [ ] von mir)

Weitere Infos zum Markusschluss (24 A4-Seiten) siehe: http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downlo...rkusschluss.pdf
23.07.2010 00:50
Stier
unregistriert
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@ Fred
wie immer sehr schöne, tiefgehende Gedanken.
Viele neue Gedanken .
Schön . tup4 Giveme5 megaknuddel



PS Du kannst mich finden Augenzwinkern
23.07.2010 15:05
Detlef Detlef ist männlich
jenseits von gut und böse;-)


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Dabei seit: 20.07.2005
Beiträge: 3.317
Gästebuch: aktiviert Familienstand: Verheiratet
Religion: neuapostolisch
Herkunft: Essen (NRW)

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Wie komme ich in den Himmel?
Die Bekehrung zu Jesus Christus
Zur Beantwortung der Frage „Wie komme ich in den Himmel?" haben die Menschen
im Laufe der Jahrhunderte die verschiedensten Möglichkeiten ersonnen. Die
vielen Religionen, Sekten und eigenen Wege legen ein beredtes Zeugnis davon ab.
Die Stiftsherrin: Eine reiche Stiftsherrin ließ ein Armenhaus bauen, und nahm
dort 12 Frauen auf, denen kostenlos Unterkunft und Verpflegung gewährt wurde. Als
Gegenleistung mussten sie sich dazu verpflichten, täglich eine Stunde für das Seelenheil
der Herrin zu beten. Wer weiß, ob sie es wirklich getan haben? Vielleicht
sind 12 Frauen zu wenig? Mussten es eventuell 24 Frauen sein, die zwei Stunden beten,
bis es für den Himmel ausreicht? Wer legt den frei erfundenen Maßstab fest?
Der Mann mit dem Spaten: Nach einem Vortrag vor Geschäftsleuten in einem
Hotel kam ich mit den Tischnachbarn ins Gespräch.
Ich hatte über Jesus und den Himmel gesprochen. Nun fragte ich mein Gegenüber,
ob er glaube, einmal in den Himmel zu kommen. Über sein JA war ich sehr erfreut.
Auf meine Frage, welches die Basis dazu sei, antwortete er: „Ich bin ein friedlicher
Mensch und komme mit meinen Nachbarn gut aus. Das sieht Gott, und das reicht."
Darauf gab ich zur Antwort: „Es ist gut, wenn Sie sich mit den Menschen Ihres Umfeldes
verstehen, aber niemand kommt in den Himmel, wenn er einige gute Werke
tut und dem Nachbarn mal seinen Spaten leiht." Es ist eine landläufige Meinung,
wenn wir gute Taten tun, so sei dies bereits die Eintrittskarte für den Himmel. Das ist
ein großer Irrtum, wie wir gleich noch sehen werden.
Helfen all die eigenen Wege? Einen bemerkenswerten Text bezüglich des Eingangs
in den Himmel finden wir im Lukasevangelium. Da kam jemand zu Jesus und
fragte: „Herr, meinst du, dass nur wenige selig werden?" (Lk 13,23). Die Antwort Jesu
in Lukas 13,24-29 zeigt uns den Ernst der Sache:
„Ringet darum, dass ihr durch die enge Pforte hineingeht; denn viele, das sage
ich euch, werden danach trachten, wie sie hineinkommen, und werden's nicht können.
Wenn der Hausherr aufgestanden ist und die Tür verschlossen hat, und ihr anfangt,
draußen zu stehen und an die Tür zu klopfen und zu sagen: Herr, tu uns auf!,
dann wird er antworten und zu euch sagen: Ich kenne euch nicht; wo seid ihr her?
Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken, und
auf unseren Straßen hast du gelehrt. Und er wird zu euch sagen: Ich kenne euch
nicht; wo seid ihr her? Weicht alle von mir, ihr Übeltäter! Da wird Heulen und
Zähneklappen sein, wenn ihr sehen werdet Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten
im Reich Gottes, euch aber hinausgestoßen. Und es werden kommen von Osten
und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im
Reich Gottes."
Die obigen Aussagen Jesu zeigen uns einige sehr wesentliche Aspekte über Menschen,
die das Ziel erreichen bzw. nicht erreichen:
- Viele Menschen wünschen sich, einmal im Himmel zu sein. Sie haben sich
mancherlei Wege ersonnen, um dorthin zu gelangen, wie alle Religionen und Sekten
belegen. Dabei haben sie es sich nicht leicht gemacht. Alle Vorstellungen der Selbsterlösung
sind aufwendig. Den Menschen wird Vieles abverlangt und auferlegt.
- Alle eigenen Wege werden von Jesus streng verurteilt. Der Ruf jener Leute
„Herr, tu uns auf!" bleibt nicht nur unerhört, vielmehr wird er mit einer strikten Abweisung
beantwortet: „Ich kenne euch nicht; wo seid ihr her? Weicht alle von mir,
ihr Übeltäter!" Sie gelangen an den Ort der Verlorenheit, wo Heulen und Zähneklappen
sein wird.

- Andererseits wird es viele Menschen geben, die das Reich Gottes erreicht haben.
Die Bewohner des Himmels kommen einmal aus allen Himmelsrichtungen, ja
aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen (Offb 7,9).
- Wie aber erreicht man den Himmel? Es ist die wichtigste Frage, die wir in diesem
Leben zu klären haben. Dagegen sind alle anderen Fragen und Probleme klein
und unbedeutend.
Jesus spricht hier herausfordernd, ermahnend und rufend „Ringet darum!" - und
damit sagt er, dass diese wichtige Sache in dieser Zeit zu klären ist und unser Zutun
erfordert; keinesfalls aber jenseits der Todeslinie, denn dann sind alle Würfel endgültig
gefallen: „Es ist den Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht"
(Hebr 9,27).
Woran hat Gott nun den Eingang zum Himmelreich geknüpft? Auf dem Berg der
Verklärung sprach Gott aus der Wolke: „Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich
Wohlgefallen habe, auf den sollt ihr hören" (Mt 17,5).
Den Herrn Jesus hat Gott für den Glauben und für die Rettung hingestellt
(Rom 3,24-25).
So ist das ewige Leben einzig und allein mit der Person Jesu verknüpft:
„Wer an den Sohn (Gottes) glaubt, der hat das ewige Leben. Wer dem Sohn (Gottes)
nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über
ihm" (Joh 3,36).
So konnte Jesus unmissverständlich sagen: „Ich bin die Tür; wenn jemand
durch mich eingeht, der wird gerettet werden" (Joh 10,9).
Er ist der einzige Weg zum Himmel, zum Vaterhaus: „Ich bin der Weg ... niemand
kommt zum Vater denn durch mich" (Joh 14,6).
Wenn Gott so eindeutig und so absolut den Himmel an die Person Jesu gebunden
hat, dann sind für uns folgende Fragen von höchster Dringlichkeit: Wie kommen wir
auf den Weg Jesu, wie gehen wir durch diese Tür ein, wie buchen wir den Himmel
für uns ganz persönlich? Antwort: Durch eine Bekehrung zu Jesus Christus!
Er selbst sagte: „Wenn ihr euch nicht bekehrt, werdet ihr alle auch so umkommen"
(Lk 13,3). In Matthäus 18,3 spricht er ebenso klar davon: „Wahrlich, ich sage euch:
wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich
kommen."
Buchauszug: Zeit und Ewigkeit, Werner Gitt

__________________
Mit der Liebe ist es, wie mit den Broten und Fischen bei der sogenannten Speisung der 5000:
Du hast scheinbar nie genug davon!
WANN fängst Du endlich an auszuteilen??
23.07.2010 22:44 Detlef ist offline E-Mail an Detlef senden Beiträge von Detlef suchen Nehmen Sie Detlef in Ihre Freundesliste auf
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