Pflegekinder |
peter unregistriert
 |
|
Als Fortsetzung eines von mir erstellten Beitrag hinsichtlich Kinderwunsch würde ich gerne einmal die Thematik Pflegekindschaft aufnehmen.
Falls hierzu Interesse besteht teilt mir das bitte mit und ich werde dann in die Tiefe der Thematik einsteigen.
Herzlichst
Peter
|
|
17.12.2003 10:46 |
|
|
Admin2 unregistriert
 |
|
Interesse besteht meinerseits schon, kann aber leider nicht viel dazu beitragen
|
|
23.12.2003 06:25 |
|
|
Nachtschwaermer unregistriert
 |
|
Wir haben uns auch über dieses Thema öfter schon Gedanken gemacht und uns entschieden, Abstand davon zu nehmen, da unbewußt immer der Gedanke hängenbleibt, dass das Kind nicht "unser eigenes" ist. Und "nur" eine Patenschaft zu übernehmen und Geld zu überweisen, scheint uns auch nicht das Wahre zu sein, da Kinder mehr Liebe als Geld brauchen.
|
|
23.12.2003 22:36 |
|
|
Aschenputtel unregistriert
 |
|
Ich für meinen Teil - auch wenn ich nicht direkt betroffen bin - könnte mich eher mit dem Gedanken einer Adoption anfreunden, wo man das Kind von Anfang an wie sein Eigenes großzieht. Denn eben dieses Großziehen ist es ja was einen zu Eltern macht (und nicht die Zeugung und Geburt, wollte ich nur mal anmerken).
Bei einer Pflegschaft, besteht meines Wissens immer noch die Möglichkeit, daß man das Kind wieder hergeben muß, oder irre ich da?
|
|
24.12.2003 16:25 |
|
|
Nachtschwaermer unregistriert
 |
|
... wenn ich mich nicht irre, irrst Du Dich nicht, Aschenputtel. Für Adoptionen gilt aber ein Gesamthöchstalter der adoptivwilligen Eltern von 75 Jahren malanmerk.
|
|
24.12.2003 17:28 |
|
|
peter unregistriert
 |
|
Liebe Aschenputtel,
lieber Nachtschwäremer,
die Aussage von Aschenputtel ist vollkommen richtig. Ein Pflegekind kann u.U. zurück müssen. Hier liegt das Sorgerecht ebim Jugendamt. Um hier Risilen zu vermeiden gibt es diverse Veranstaltungen vor der Anerkennung zu Pflegeeltern, welche diese problematik ebenfalls beleuchten. Es wird darauf hingewiesen, das es verschiedene Gründe gibt, das den natürlichen Eltern das Sorgerecht entzogen wurde (Krankheiten, Suchtabhängigkeiten, Gewalt usw.) oder diese freiwillig hierauf verzichtet haben (Überforderung usw.). Hinsichtlich dieser Kriterien kann man im Vorfelde auch absehen ob über eine längere Pflegeschaft gesprochen wird.
Nachtschwärmer hat bedingt Recht, diese Formel gilt i.d.R. für das Grundalter des Adoptivkindes. Nimmt eine Familie ein älteres (über 3 Jahre) Adoptivkind auf, so wird die genannte Formel meistens außer Kraft gesetzt.
Herzlichst
Peter
|
|
31.12.2003 08:06 |
|
|
Sylvia unregistriert
 |
|
Ich stimme nachtschwärmer zu. Ich habe mir auch schon öfters Gedanken darüber gemacht (über Adoption), da in unserer Nachbarschaft ein Ehepaar wohnt, die ein adoptiertes Kind haben. Dieser Sohn ist schon erwachsen und macht seinen Eltern nur Ärger. Er war sogar schon mal kurzfristig im Gefängnis.
Wenn mir das passieren würde, würde ich wahrscheinlich immer denken: Ja, es ist ja nicht mein leiblicher Sohn.
Ich würde von einer Adoption Abstand nehmen, weil ich auch denke, wenn unser himmlischer Vater es nicht zugelassen hat, dass ich ein Kind bekomme, dann soll es auch nicht so sein. Ich kann jetzt hier nur meine Überlegungen schreiben. Was ich tatsächlich tun würde, wenn es mich beträfe, weiß ich nicht.
Sylvia
|
|
04.01.2004 08:49 |
|
|
peter unregistriert
 |
|
Liebe Sylvia,
ja, das sind Gedanken und Vorfälle, die selbstverständlich auch zutreffend sind. Andererseits gibt es auch viele Beispiele von Adoptiv- und/oder pflegekinder, die in der neuen Familie sich gut entwickelt haben.
Kinderlose Paare können natürlich die Bewertung so sehen, wie Du sie geschildert hast, andererseits jedoch können sie auch argumentieren, der liebe Gott wollte, das sie eben sich auch um "schwächere" Mitglieder unserer Gesellschaft kümmern. Ich denke jedoch, das beide Varianten menschliche Spekulation darstellen und jeder eben aus seiner subjektiven Sicht hier eine Auslegung vornehmen wird.
Was ist denn genau Voraussetzung zur Pflegekindschaft, bzw. Adoption?
Die soziale Struktur muß stimmen, ein Ehepartner muss immer während der ersten Phase der Annahme (i.d.R. bis zur Einschulung, Ausnahmefälle bis Kindergarten) vor Ort sein, d.h. sich aus dem Berufsalltag lösen. Dieses trifft besonders Pflegeeltern, wo eine regelmäßige Kontrolle stattfindet, was bei Adoptiveltern eben nach Vollzug nicht mehr geschieht (Ausnahme begründete Verdachtsfälle).
Es sind in beiden Fällen polizeiliche Führungszeugnisse vorzulegen, räumliche Zustände müssen geschaffen sein, ggf. spielt die Religionszugehörigkeit eine Rolle, denn i.d.R. sollte das Kind in Familien mit gleichen Werten hinsichtlich Religion untergebracht werden, wie sie auch die Eltern vorweisen.
Der Besuch von Vorbereitungsseminaren ist zwingend erforderlich, hier wird jedoch aus Personalgründen zwischen den einzelnen Bundesländern eine unterschiedliche Handhabung praktiziert.
Pflegekinder leben 2auf Zeit" bei den Pflegeeltern, können jedoch vereinzelt wie ein Adoptivkind bis zum Erwachsenenalter bei den Pflegeeltern bleiben. Den Pflegeeltern wird aufgetragen, dafür Sorge zu tragen, das, wenn möglich, ein Kontakt zwischen leiblichen Verwanden aufrecht erhalten bleibt. Eine Pflegefamilie nimmt somit auch mehr oder weniger die Verwandschaft mit auf. Letzteres entfällt wiederrum i.d.R. bei Mißbrauchsopfern.
So, das soll zum Einstieg reichen, denn wenn ich alle Punkte aufführen würde reicht der Platz (zumindestens was die Höflichkeit eines Forums betrifft) nicht aus.
Herzlichst
Peter
|
|
06.01.2004 07:58 |
|
|
sonnja unregistriert
 |
|
Hier möchte ich mal ein positives Beispiel anführen:
Ich hatte einen Mitauszubildenenden, Pfarrerssohn, sehr gradlinig, vom Äußeren her eher konservativ (wie man sich Pfarrerssöhne eben so vorstellt), tiefgründig, sehr nett und verständnisvoll. In der Mittagspause diskutieren wir beiden mal über genau dieses Thema. Ich legte sehr plastisch dar, warum ich niemals Kinder adoptieren würde, und er erzählte mir dann, dass er adoptiert worden wäre. (Mir ist natürlich vor Scham das Brot aus dem Gesicht gefallen!
) Seine Mutter war drogensüchtig und sein Vater als RAF-Terrorist im Gefängnis. Für ihn war diese Adoption absolut lebensnotwendig, im wahrsten Sinne des Wortes.
@ sylvia
Vielleicht hat der himmlische Vater nicht zugelassen, dass jeder ein Kind bekommt. Aber er läßt ganz sicher zu, dass jedes Kind Eltern bekommt!
Viele Grüße,
Sonja
|
|
09.01.2004 20:49 |
|
|
Gaby unregistriert
 |
|
>Vielleicht hat der himmlische Vater nicht zugelassen, dass jeder ein Kind bekommt. Aber er läßt ganz sicher zu, dass jedes Kind Eltern bekommt!<
So sehe ich das auch
!
Ich weiß ganz genau, hätten mein Mann und ich keine eigenen Kinder bekommen können, hätte ich nicht eher Ruhe gegeben, bis wir ein oder zwei Kinder adoptiert hätten.
Denn ein Leben ohne Kinder hätte ich mir nie vorstellen können.
Mit siebzehn hatte ich sogar noch Wunschträume in Richtung 5 - 6 Kinder
, dieses Bild habe ich dann nach dem zweiten Kind revidiert, weil ich doch merkte, dass man bei Kindern selbst sehr viel zurückstecken muß.
Heute geniesse ich es auch, mal wieder mehr an mich denken zu können, trotzdem möchte ich die Zeit als meine Beiden noch klein waren nicht missen.
Genauso wie ich es jetzt nicht missen möchte mit meinen beiden "Großen" etwas zu unternehmen.
Wenn sie jetzt auch schon ihr "eigenes" Leben leben, so ist es doch immer wieder schön, wenn sie das Gespräch suchen und von sich und ihren Plänen erzählen und auch mal unsere Meinung wissen wollen.
Ein Pflegekind wäre für mich nicht in Frage gekommen, weil mir die Gefahr zu groß wäre, ein Kind das man lieben gelernt hat, wieder abgeben zu müssen. Habe ich bei meinem Bruder erlebt.
Im Bekanntenkreis habe ich einige Eltern mit Adoptivkindern kennengelernt und dort keine anderen Probleme kennengelernt, als man sie mit den eigenen Kids auch hätte haben können.
Liebe Grüße
Gaby
|
|
13.04.2004 11:30 |
|
|
Dieter unregistriert
 |
|
Ich bin geschieden und wiederverheiratet und habe 3 Kinder aus der ersten Ehe. Der Jüngste wohnt seit 7 Jahren bei uns (er ist jetzt 16).
Meine Frau ist zu ihm eine Mutter wie sie es zu einem eigenen Kind nicht sein könnte. Sie hat ihn praktisch "adoptiert", wenn auch nicht im rechtlichen Sinn.
Insofern würde ich es gut finden, wenn sich Eheleute, die keine eigenen Kinder haben können, sich für die Adoption eines Kindes entscheiden würden. Und als Vorstufe eventuell eine Pflegschaft eingingen. Dann wäre nämlich denen geholfen, die Hilfe notwendig haben: Kindern ohne Eltern.
Liebe frägt nicht, wem sie entgegengebracht wird. Und wenn sie aus dem Herzen kommt, so macht sie keine Unterschiede.
Ich habe nicht den ganzen Thread durchgelesen. Dies war nur das, was mir spontan darauf eingefallen ist.
Ziehe mich auch schon wieder zurück
Gruß
Dieter
|
|
25.11.2004 11:40 |
|
|
17einhalb unregistriert
 |
|
Hallo Ihr Lieben!
Endlich habe ich einmal etwas über Pflegekinder in einem Forum meines Glaubens gefunden.
Ich bin verheiratet und wir haben zwei leibliche Kinder (11J./7J.)und ein Pflegekind (3J.).
Gern würde ich bei Interesse etwas über uns berichten und mich über Besonderheiten (z.B. auch den Glauben betreffend) mit Euch austauschen.
Vor knapp zwei Wochen wurde unser kleiner Schatz versiegelt.
In Erwartung Eure 17einhalb
|
|
14.06.2005 23:21 |
|
|
fazerBS

Moderatorin
   

Dabei seit: 21.01.2005
Beiträge: 1.933
Gästebuch: aktiviert
Religion: neuapostolisch
 |
|
Ich kenne eine Familie, die insgesamt inzwischen so 15 Kinder hat - davon 3 eigene. Die eigenen Kinder haben schon selber Kinder, das jüngste, gerade in der Familie lebende, Kind ist 9 Jahre. Die Adoptivkinder sind fast alle aus eigenem Willen neuapostolisch geworden (praktizierte Weinbergsarbeit
), als sie alt genug waren. Meines Wissens mußten die auch keine Kinder wieder zurückgeben, da sie nur "schwierige Fälle" bekommen. Sie haben ein Haus mit Garten, so dass die Kinder genug Platz haben. Es dürfen nicht mehr als 5 oder 6 (?) Kinder gleichzeitig sein, weil sie sonst irgendwie beantragen müßten, ein "Heim" aufzumachen.
Der Unterschied zur Adoption: man bekommt Pflegegeld für die Kinder.
Sie machen keine (sichtbaren) Unterschiede zwischen Kindern und Pflegekindern. Auch ein Pflegekind hat jetzt selbst ein Kind - und die "Pflege"Mutter ist darauf genau so stolz wie auf ihre eigenen! Sie haben ein Familientaufkleid, in dem alle Namen und Geburtsdaten der Kinder und Enkel eingestickt sind.
Macht euch nichts vor: viele dieser Kinder sind auch behindert - das bedeutet erheblichen Mehraufwand!
Und: diese Entscheidung trifft wirklich jeder für sich.
|
|
16.06.2005 14:34 |
|
|
Tine

Moderatorin
   

Dabei seit: 25.06.2004
Beiträge: 529
Gästebuch: aktiviert
Familienstand: Verheiratet Religion: neuapostolisch
 |
|
@17einhalb:
Ich würde mich freuen, mehr von deiner Familie zu erfahren. Wie seid ihr zu eurem kleinen Pflegekind gekommen? Seit wann ist es bei euch und wie kommen eure beiden "Großen" damit klar? Wer gibt in dem Fall die Einwilligung zur Versiegelung?
Bin schon ganz gespannt auf deine Antworten,
liebe Grüße
Tine
__________________ Manchmal hinterlassen die kleinsten Füße die größten Spuren...
|
|
16.06.2005 18:58 |
|
|
17einhalb unregistriert
 |
|
Liebe Tine!
Das ist eine laaaaange Geschichte. Nur soviel dazu:
Ich bin Erzieherin und arbeitete in einem Kinderheim.
Dort ergab sich eine Situation, die uns erwog, Pflegeeltern zu werden.
Nachdem wir als Pflegeeltern bestätigt waren, hörten wir 2 Jahre lang nichts mehr vom Kinderpflegedienst.(Ich rief dort in großen Abständen mal an, um den derzeitigen Stand der Dinge zu erfahren.) Da wir aber ausdrücklich darauf hingewiesen hatten, dass wir nicht "krampfhaft" nach einem Pflegekind suchen, sondern nur bei möglichen Bedarf gern zur Verfügung stehen würden, war es auch nicht ungewöhnlich, dass wir nichts hörten.
Am 7.7.03 erhielt ich plötzlich einen Anruf von dem Jugendamt aus unserem Nachbarkreis.
"Wir müssen ganz schnell DREI Kinder aus einer Familie herausnehmen und ihr JA hat uns ihre Personalien gegeben. Sind sie noch bereit eine Pflegschaft zu übernehmen?" sagte die Stimme am anderen Ende der Leitung.
"SCHLUCK" - In meinem Kopf schwirrten hunderte von Bienen und meine Gedanken kamen auf keinen Punkt.
Ich fragte dann, ob angedacht sei, alle drei Kinder bei uns unterzubringen. (Wir besitzen zwar ein kleines Häuschen, aber die Betonung liegt hier schon auf klein, außerdem hatten wir zu dem Zeitpunkt auch schon zwei leibliche Kinder)
Sie beruhigte mich und sagte, dass es ihr um ein 4jähriges Mädchen ginge.Morgen früh solle ich es doch bitte im JA abholen.
Nun, jetzt hieß es erst mal meinen Mann zu informieren. Es war ein gaanz aufregender Tag und auch unsere leibl. Kinder drehten vor Aufregeung völlig am Rad.
Am nächsten Morgen klingelte wieder das Telefon:
"Würden sie statt des 4jährigen Mädchens auch einen 2jährigen Jungen nehmen?" fragte die Dame vom JA.
Die für mich etwas befremdende Frage mit "Ja" beantwortend, erfuhr ich, dass sie den kleinen Jungen nicht so schnell vermittelt bekommen.
Da ich zu dem Zeitpunkt auch nicht arbeitete erschien es dem JA so die beste Lösung zu sein.
Und so holte ich am nächsten Tag einen kleinen verschüchterten Jungen vom JA ab.
Er war anfänglich völlig angepasst und ruhig.
Dann entwickelte er sich zu einem kleinen, sich gegen alles stellenden Böcklein.
Jetzt hat er es gelernt, dass er seine Gefühle zeigen und sie trotzdem steuern kann.
Die Großen haben die Situation ganz unterschiedlich erlebt und verarbeitet.
Unser gr. Junge(damals knapp 10 J.) fand das toll, dass er jetzt noch einen Bruder hat und für ihn gab es augenscheinlich keine Probleme.
Unser Mädchen (damals knapp 6 J.) entwickelte eine starke Eifersucht.
Es gab Zeiten, da konnte ich mich nicht einfach irgendwo hinsetzen, denn schwupps saß entweder unser Pflegesohn, oder unsere Tochter auf meinem Schoß. Das ist ja an sich sehr schön, aber das Problem war, sobald der eine saß, wollte der andere auf diesen Platz - und keiner akzeptierte den anderen in seiner Nähe. ( Der Satz: "Meine Mama!" bekam so langsam einen negativen Tatsch bei mir)
Aber diese Zeiten gehören jetzt schon der Vergangenheit an und das tollste ist:
Unsere Tochter und unser kleiner Pflegesohn sind unzertrennlich und lieben sich von Herzen! - Das heißt nicht, dass sie nicht auch ordentlich streiten können!
Ach, du Schreck ! Ich habe ja soviel geschrieben, dass liest sich ja bestimmt gar keiner durch!
Naja, ich lass es jetzt trotzdem so.
Noch ein Satz: Für die Taufe (und Versiegelung) haben wir die schriftl. Genehmigung der Herkunftseltern - die leibl. Mutter unseres Pflegesohnes war sogar bei der Taufe dabei!!!
Aber nun mach ich Schluss für heute!
Deine 17einhalb
|
|
16.06.2005 21:30 |
|
|
Jeanette unregistriert
 |
|
Hallo 17einhalb :-)
klar liest deinen Beitrag jemand! - zumindest ich :-)))
ich hab mir über Pflegekinder und -eltern noch nie große Gedanken gemacht, weil wir selbst genug eigene Kinder haben - aber ich finds toll von euch, dass ihr diese Aufgabe angenommen habt :-)
meine Mutter hatte auch Pflegekinder - aber nur privat und nur tagsüber, während die Mütter bei der Arbeit waren - bei dir klingts eher danach, dass du das Kind dauerhaft bei dir hast, oder?
ich wünsch dir alles Liebe und ganz viele schöne Erlebnisse mit deiner Familie,
deine Jeanette
|
|
17.06.2005 17:58 |
|
|
Tine

Moderatorin
   

Dabei seit: 25.06.2004
Beiträge: 529
Gästebuch: aktiviert
Familienstand: Verheiratet Religion: neuapostolisch
 |
|
Liebe 17einhalb,
ich habe gestern am späten Abend noch dein Posting gelesen, komme aber erst jetzt zum Antworten.
Nein, du hast nicht zu viel geschrieben, ich hätte es auch noch viel genauer lesen mögen
.
Wie ist euer Verhältnis zu den Herkunftseltern? Sagt euer kleiner Schatz zu euch Mama und Papa oder ist der Kontakt zu den leiblichen Eltern so eng, daß er sie weiterhin Mama und Papa nennt? Wie muß / kann ich mir das vorstellen?
Mußtest du damals längere Zeit von der Arbeit freigestellt werden?
Hast du meine PN gelesen?
Liebe Grüße
Tine
__________________ Manchmal hinterlassen die kleinsten Füße die größten Spuren...
|
|
17.06.2005 18:14 |
|
|
Schnuckele unregistriert
 |
|
Hallo 17einhalb,
hast DU eine Ahnung.... 
Deinen Beitrag haben mit Sicherheit sogar ganz VIELE durchgelesen, so u. a. auch ich...
Wir hatten früher in der Familie auch zwei Pflegekinder, also für mich sozusagen "kleinere Geschwister".
Meine Mutter betreute sie aber auch (wie Jeanette schon geschrieben hat) nur tagsüber, nachmittags bzw. abends wurden sie wieder abgeholt.
Wir (also die 3 "leiblichen" Kinder) waren damals schön größer und konnten unserer Mutter fleißig mithelfen.
Mir machte das immer große Freude, auf die Kleinen aufzupassen...
Ich wünsche dir alles Liebe und Gute
und freue mich, noch mehr von dir zu lesen!
Liebe Grüße,
Schnuckele
|
|
17.06.2005 18:19 |
|
|
Tine

Moderatorin
   

Dabei seit: 25.06.2004
Beiträge: 529
Gästebuch: aktiviert
Familienstand: Verheiratet Religion: neuapostolisch
 |
|
Ich auch Schnuckele, ich auch
Liebe Grüße
Tine
__________________ Manchmal hinterlassen die kleinsten Füße die größten Spuren...
|
|
17.06.2005 18:29 |
|
|
17einhalb unregistriert
 |
|
Hallo ihr Lieben!
Heute lass ich mal wieder was von mir hören.
Für unseren Kleinen sind wir Mama und Papa. Seine Mutter ist so etwas wie eine gute Bekannte für ihn. Er freut sich, wenn Besuchskontakt ist, hat aber auch kein Problem damit, wenn sie wieder geht.
Da es Zeiten gab, wo die Kontakte der Mutter nur ganz selten wahrgenommen wurden, hatte er dann schon erst einmal Berührungsängste. Wir haben ihm dann immer gut zugeredet und versucht, ihm die Situation zu erleichtern.
Unser Verhältnis zur Herkunftsmutter ist für eine Pflegschaft außergewöhnlich gut.
Der Herkunftsvater pflegt keinen Kontakt mit unserem Kleinen, möchte aber ab und zu wissen, wie es ihm geht. Der Vater legt uns aber auch keine unnötigen Steine in den Weg. Er hat z.B. auch die Taufe seines Sohnes genehmigt, weil er akzeptiert, dass sein Sohn bei uns aufwachsen wird und somit auch in unserem Glauben heranwächst.
Toll fanden wir, dass die Mutter mit ihrem neuen Lebensgefährten und ihrer ältesten Tochter (lebt seit kurzen wieder bei der Mutter)an der Taufe teilnahm.
Es war für sie trotz allem nicht leicht, in der Bank zu sitzen und uns Pflegeeltern mit ihrem Sohn am Altar stehen zu sehen.
Selbst an der nachfolgenden Feier nahmen die drei mit teil. Es war sehr schön und nicht verkrampft.Alle Kinder haben super miteinander gespielt und auch unsere Familie (wir waren ca. 40 Feiergäste) kam sehr gut mit der Situation zurecht.
Noch etwas war besonders bei unserem Kleinen: Er wurde von unserem lieben BAP Klingler versiegelt. Das war ein ganz ergreifender und wirklich umwerfender GD, den wir sicher nie vergessen werden. Er machte uns das Hinführen des Kindes zu Gott ganz groß und mich durchzog ein unbeschreibliches Gefühl von Wärme und Gottvertrauen.
Uns ist der Kontakt mit der Mutter sehr wichtig, damit unser Kleiner später nicht einmal in ein "Loch" fällt. Da es ein relativ loser Kontakt ist, belastet er aber unser Familienleben nicht.
So, das war wieder mal etwas von uns.
Bis zu meinem nächsten Schreibanfall:cheesy:
Eure 17einhalb
|
|
18.06.2005 22:45 |
|
|
Sonnenschein unregistriert
 |
|
Liebe 17einhalb,
erst mal auch von mir ein herzliches Willkommen.
Was Du schreibst über Dein Pflegekind find ich sehr interessant. Ich find es schön, dass Ihr mit der leiblichen Mutter so einen harmonischen Kontakt habt. Es wird bestimmt bei dem Kleinen irgednwann die Frage nach der Mutter kommen und dann ist es schön, wenn es ein gutes Verhältnis ist.
Solltest Du mal wieder einen Schreibanfall bekommen, so tob Dich ruhig aus. Es wird bestimmt gerne gelesen.
Grüßle Birgit
|
|
19.06.2005 18:22 |
|
|
17einhalb unregistriert
 |
|
Hallo ihr Lieben,
lange habt ihr nichts mehr von mir gehört, da sich meine "Schreibanfälle" in Grenzen hielten.
Heute bin ich sehr bedrückt und völlig durch den Wind.
Unser JA hat uns vorhin mitgeteilt, dass die Herkunftsmutter evtl. klagen möchte. Sie heiratet am Freitag wieder und ist nun der Meinung, dass sie ihre Kinder (und somit auch unseren kleinen Schatz) wiederhaben kann.
Die Kontakte sind nach wie vor spärlich gewesen und sie war auch nicht eine Stunde mit ihm allein (da er immer unsere Rückversicherung brauchte und das JA somit nur Kontakt in Begleitung genehmigte).
Nun haben wir einen Termin mit dem JA, in dem es uns beraten will, welche rechtlichen Möglichkeiten wir haben.
Unser Kleiner lebt jetzt über die Hälfte seines Lebens bei uns. Das ist eigentlich ein Maßstab, an den sich die meisten Familienrichter halten und es dann keine Rückführung mehr gibt. Doch man weiß nie, an welchen Richter man gerät .
Außerdem kann sich die Mutter sehr gut "verkaufen" und beeindruckt manche Menschen, die sie kennenlernen.
Das JA steht zwar völlig hinter uns und alle Gutachten sprechen für uns - aber wir haben Angst.
Bei einer Herausnahme unseres Schatzes aus unserer Familie, wäre der Lebensweg für ihn vorprogrammiert.
Ich bitte Euch, dass ihr für uns betet!!!!
Eure 17einhalb
|
|
30.08.2005 17:14 |
|
|
Tine

Moderatorin
   

Dabei seit: 25.06.2004
Beiträge: 529
Gästebuch: aktiviert
Familienstand: Verheiratet Religion: neuapostolisch
 |
|
Auch ich habe dir ja schon eine ganze Weile nicht mehr geantwortet, aber deine heutige Neuigkeit beschäftigt auch mich sehr und ich will gerne im Gebet für diese Situation eintreten, damit ihr euren Schatz behalten könnt.
Wie lange würde sich dieser Fall im schlimmsten Fall vor Gericht hinziehen?
Kennt der Spatz die Mama eigentlich als "Mama"? Werdet ihr mit dem Kind irgendwie darüber reden?
Ich denke ganz fest an euch!
__________________ Manchmal hinterlassen die kleinsten Füße die größten Spuren...
|
|
30.08.2005 17:39 |
|
|
17einhalb unregistriert
 |
|
Liebe Tine,
noch wissen wir nicht, ob die Mutter wirklich klagen wird, sie hat es dem JA nur angedroht.
Keine Ahnung, wie lange sich so ein Prozess hinzieht.
Unser Kleiner D. kennt seine Mutter nur als Freundin. Für ihn sind wir seine Eltern, auch wenn ich schon oft mit ihm darüber gesprochen habe, will er es nicht anders akzeptieren. Ich habe ihm dann immer gesagt, dass er bei R. im Bauch war.
Noch sprechen wir mit D. nicht über eine evtl. Rückführung. Das würde ihn überfordern und so lange wir nichts genaueres wissen, wäre das nicht gut.
Ich danke dir, dass du an uns denken wirst. Das Ganze wird sich sicher einige Zeit hinziehen - und dann hoffentlich gut ausgehen.
D. würde bei seiner Mutter sicher auch keinen Kontakt mehr mit unserer Kirche haben und wir haben erst vor kurzem Taufe und Versieglung gehabt und das Versprechen vor Gott gegeben D. in unserem Glauben zu erziehen.
Mein Neffe (18 J.) ist auch schon ganz geknickt, da D. zu seinem kleinen Lieblingscousin geworden ist und er fast täglich zu uns kommt um ihn zu besuchen.
Schade ist auch, dass das gute Verhältnis zur Herkunftsmutter jetzt sicher nicht mehr ungetrübt bleiben wird.
In Liebe 17einhalb
|
|
30.08.2005 18:03 |
|
|
Moni

Forenadministratorin (Heimgang 13.07.2006)
   

Dabei seit: 06.12.2004
Beiträge: 1.124
Gästebuch: aktiviert
Familienstand: Verheiratet Religion: neuapostolisch Herkunft: Schwobaländle
 |
|
Liebe 17einhalb,
leider komme ich erst jetzt dazu, deine Beiträge zu lesen, da mich unsere Compi-Probs und der Urlaub einige Zeit gehindert haben im Forum zu stöbern.
Ich habe mich sehr über Deine Berichte gefreut und Euch auch für Euren liebevollen Einsatz bewundert.
Selbstverständlich werden wir für Euch beten !!
Bitte halte uns auf den Laufenden.
Ganz liebe Grüße Moni
|
|
31.08.2005 09:44 |
|
|
17einhalb unregistriert
 |
|
Hallo ihr Lieben,
vorhin habe ich mit dem JA gesprochen und der Sozialarbeiter sagte mir, dass bis jetzt noch keine Klage eingereicht wurde (kann aber jederzeit noch passieren).
Er konnte mich auch etwas beruhigen (so gut es gerade geht) und sagte, dass die Herkunftsmutter aus seiner Sicht keine Chance hat unseren D. zurückzubekommen.
Na, das war schon ein kleiner Hoffnungsschimmer, auch wenn das JA nur bedingt zu dieser Entscheidung beitragen kann.
Auch dir liebe Moni danke ich für deine Gebete und das Interesse an uns und unseren Kleinen!
Ich versuche euch auf dem Laufenden zu halten und werde (wenn es wieder ganz dick kommt) euch um eure Gebete bitten.
In Liebe 17einhalb
|
|
31.08.2005 16:14 |
|
|
Zaubermaus unregistriert
 |
|
Hallo Ihr Lieben,
wir hatten auch schon drei Bereitschaftspflegekinder. Sie waren aber immer nicht lange bei uns (liegt im besonderen der Bereitschaftspflege).
Diese Kinder werden aber immer ein Teil unseres Lebens sein.
|
|
02.09.2005 10:51 |
|
|
Alicia unregistriert
 |
|
Also ich kann die Bedenken nicht verstehen das man ein fremdes Kind nicht wie sein eigenes Lieben könnte und ob sich die eigenen Kinder gut entwickeln weiß man vorher auch nie.Ich war 5Jahre mit meinem damaligen Freund zusammen und es klappte leider nicht mit einem eigenen Baby.Durch Untersuchungen wurde festgestellt das ich aus gesundheitlichen Gründen nie ein Baby bekommen kann.Das war ein harter Schlag,aber für mich war klar,es gibt ja auch noch Adoption oder halt Pflegekinder.Durch meine Arbeit habe ich ja viele Kinder kennen gelernt die nur darauf warten das sie geliebt werden.Und wenn ich bei der Arbeit die kids schon so sehr ins Herz schließen kann,auch wenn man manchmal ein Kind nur wenige Wochen betreut hat-dann erst recht eins was ich ständig um mich habe.Mein Freund wollte davon aber nichts wissen,entweder ein eigenes oder keins.Das habe ich akzeptiert,obwohl wir beide absolut kinderlieb sind.Er meinte,damit könne er leben.Doch dann stellte sich raus,er kann es doch nicht.Jetzt ist er verheiratet und hat zwei süße Mädchen.Ich kenne auch zwei Paare die sich Pflegekinder in die Familie geholt haben.Sicher ist es anfangs nicht einfach,denn im Gegenteil zu Babys bringen Pflegekinder ja oft Altlasten mit.Viele wurden ja aus ihrer Umgebung herausgenommen weil sie vernachlässigt oder mißhandelt wurden.Aber gerade diese Kinder haben es doch mehr als verdient endlich Eltern und Liebe zu bekommen.Und man bekommt ja auch psychologische Unterstützung und Hilfen.Ich glaube es liegt mehr an der Grundeinstellung ob man ein Kind liebt was man nicht selbst geboren hat.Das einzige Problem was ich sehe,ist die Gefahr diese Kinder wieder an die leiblichen Eltern zu verlieren.Aber auch dort gibt es Unterschiede.Bei manchen ist es von vorne herein ausgeschlossen.Ich glaube jedem der ein Kind großzieht bricht es das Herz wenn man es dann wieder abgeben soll.Aber das kommt zum Glück in den wenigsten Fällen vor.
|
|
19.03.2010 12:52 |
|
|
Dania unregistriert
 |
|
Bei der Aufnahme von Pflegekindern in die eigene Familie sollte man bedenken, daß Pflegekind ist keine Tabula rasa, sondern schon, ob noch im Babyalter oder schon etwas größer, geprägt durch eine Mentalität, die ihm durch die leiblichen Eltern mitgegeben ist und die zum Tragen kommen wird. Zuweilen negativ trotz aller Bemühungen und Gutmeinen durch die Pflegeeltern. Das führt dann zu Enttäuschungen, u. U. auch hin bis zur Ablehnung des angenommenen Kindes. Wer den Schritt tut und ein Pflegekind aufnimmt, sollte solche Dinge wissen, beachten und sich wirklich ernsthaft hinterfragen, ob die Bereitschaft besteht, daß Kind anzunehmen wie es ist und auch gedanklich mit einzubeziehen, daß es eine ganz andere Wesenart mal haben wird als vermutet oder gewünscht.
Kann man solch ein Kind auch dann noch lieben?
Wichtig ist auch, daß ein Plege- oder Adoptivkind früh erfährt, daß es nicht das leibliche Kind der Eltern ist. Da muß man keine langen Vorträge halten, sondern einfach nur den Tatbestand erwähnen.
Stellt das Kind Fragen, diese beantworten ehrlich und aufrichtig, aber nur das was das Kind gefragt hat und natürlich auch verstehbar für das Kind. Wird das Kind älter, ist in ihm das Wissen präsent, meine Pflege- oder Adoptiveltern sind nicht meine leiblichen Eltern, aber sie haben mich lieb, haben alles für mich getan, ich liebe sie auch. Die Verbindung ist dann ehrlich und gut.
Den möglichen Wunsch eines solchen Kindes, seine leiblichen Eltern kennen lernen zu wollen, sollten Pflege- oder Adoptiveltern nicht im Wege stehen, sondern den Wunsch akzeptieren und auch unterstützen sofern nicht Gravierendes, was dem Kind dann aber erklärt werden muß, dagegen spricht.
Dania
|
|
19.03.2010 13:34 |
|
|
Iris unregistriert
 |
|
| Zitat: |
Original von Dania
Bei der Aufnahme von Pflegekindern in die eigene Familie sollte man bedenken, daß Pflegekind ist keine Tabula rasa, sondern schon, ob noch im Babyalter oder schon etwas größer, geprägt durch eine Mentalität, die ihm durch die leiblichen Eltern mitgegeben ist und die zum Tragen kommen wird. Zuweilen negativ trotz aller Bemühungen und Gutmeinen durch die Pflegeeltern. Das führt dann zu Enttäuschungen, u. U. auch hin bis zur Ablehnung des angenommenen Kindes. Wer den Schritt tut und ein Pflegekind aufnimmt, sollte solche Dinge wissen, beachten und sich wirklich ernsthaft hinterfragen, ob die Bereitschaft besteht, daß Kind anzunehmen wie es ist und auch gedanklich mit einzubeziehen, daß es eine ganz andere Wesenart mal haben wird als vermutet oder gewünscht.
Kann man solch ein Kind auch dann noch lieben?
Dania |
Wer Garantiert einem denn das die eigenen Kinder so werden wie wir es uns wünschen????
Das ist doch in jeder Familie so, man kann sich doch den Charakter seiner Kinder nicht aussuchen!
Wenn ein >Kind nicht so ist wie erwünscht kann man es dann noch lieben?
Was für eine Frage, ich liebe meine Kinder so wie sie sind aber ich hab auch keine Scheuklappen und weiß um ihre Schwächen, was mir manchmal nicht gut ausgelegt wird!
Mein Sohn hat auch eine andere Wesensart wie von einigen gewünscht, er ist wie er ist und doch Liebe ich ihn!
Iris
|
|
19.03.2010 14:21 |
|
|
|