|

|
|
|
 |
Fachtagung hoergeschaedigte Kinder in Goettingen |
hartmut unregistriert
 |
|
| Fachtagung hoergeschaedigte Kinder in Goettingen |
 |
Nachfolgend ein längerer obwohl ich schon sehr gekürzt habe ein Bericht über eine Fachtagung zum Thema hoerbehinderter Kinder,dabei ging es neben den medizinischen Aspekten auch um das Thema Schulische Integration.
.
Motto: Kindliche Hörstörungen : Frühe Diagnostik, Versorgung und Förderung
Termin 01. 11. 2008
Kinderklinik des Klinikums Göttingen
In ihrer Begrüßung betonte Frau Lieberum die 1.Vors.des Vereins die besonders große Unterstützung durch die HNO Abtl. des Klinikums und dass es das erste gemeinsame Symposium mit dem Klinikum Göttingen ist
Danach verlass sie das Grußwort der Nds. Ministerin, die besonders auf die nun gesetzliche Vorgabe des Neugeboren Hoerscrennings aufmerksam machte.
Ziel ist die Diagnose bis zum Ende des 3-Lebensjahres,und Therapie bis Ende des 6-Lbj.
Kinder müssen hören können, um sprechen zu können
Prof Dr Matthies verwies darauf dass Göttingen soll Ansprechpartner für alle Hörgeschädigten der Region sein und ab 2009 ein Referenzzentrum für Neugeborenen Hoerscreening
http://www.med.uni-goettingen.de/content/218_331.html
noch der Problembereich Lippen Kiefer Gaumenspalten behandelt wird. und AVWS(Auditives Verarbeitungs und Wahrnehmungssyndrom).Hierbei ist aber das Mindestalter 5 Jahre um gut diagnostizieren zu können. Neben einer periphären Normalakusis muss auch eine abgeschlossene Sprachentwicklung vorhanden sein.
Danach ging er noch einmal auf die gesetzlichen Vorgaben ein die verpflichtend ab 01. Jan 09 sind, wichtig ist hier bei vor allem das sog. Tracking also die Nachverfolgung.
Seine Mitarbeiterin Frau Stegmüller berichtete über die verschiedenen Arten der Audiometirischen Prüfungen wie Ablenk- oder Spielautdiometrie. Da keine Hörstörung der anderen gleicht, ist auch die individuelle Versorgung eine Puzzlearbeit. Dr. Arno Olthoff,
Leiter des Arbeitsbereichs Phoniatrie/ Pädaudiologie
Berichtete dass neben kindl. Hörstörungen
http://www.hno-uni-goettingen.de/modules...showpage&pid=13
Frau Feit von der Firma Phonak berichtete vor allem über das neue Naida-System ,dass auch für Kinder geeignet ist und machte besonders darauf aufmerksam dass immer es eine Teamarbeit in Zusammenarbeit mit Audiotherapeuten und Logopäden ist um Kinder gut zu versorgen.
http://www.naida.phonak.com/de/junior/
Dr. Matthias stellte klar, dass es weder eine Überredung zum CI seitens der Klinik gäbe, noch seien Cis Konkurrenten zu Hörgeräten.
Die klassische Indikation für ein Ci sei, beidseitige Taubheit prolingual (=vor Spracherwerb)
Und Alter 2 bis 4 Jahren, bei Erwachsenen sollte die Taubheitsphase kurz sein, sie ist dann postlingual also nach Spracherwerb. Auf die Frage nach dem besten Implationsalter gäbe es nur die Antwort: so früh wie möglich
Neue Indikatoren sind z. B. bei einem massiven Mittel Hochtonfabfall, einseitiger Ertaubung, plötzliche Ertaubung bei Resthörigkeit und Tinnitus. OP ist aber kein Mittel gegen Tinnitus.
Auch die implantierbaren Hörgeräte wurden vorgestellt hierbei sind besonders als Indikatoren zu erwähnen Allergien, Neigung zu Tuben-erguessen, anatomische Fehlbildungen.
Frau Barbara Streicher vom CI-Centrum der HNO Uniklinik Köln berichtete von ihrer Arbeit bei der Nachsorge .
Jede Sprache kann erworben werden, wenn Eltern und Technik mit unterstützen. Eltern müssen beachten: dass sich die Hörtestergebnisse verschlechtern, dürfen sich nicht entmutigen lassen .
Ziel ihrer Arbeit ist es auch die Elternkompetenz zu fördern
http://www.medizin.uni-koeln.de/kliniken...s=cic-team&l=de
Frau Beate Tonn aus Einbeck, Mutter eines CI versorgten Kindes und Logopädin, auch im Verein aktiv wies ebenfalls besonders auf die Rolle der Eltern hin. Kinder lernen am Modell der Eltern, das bedeutet Eltern sollten eigne Ideen entwickeln aber auch langsamer, deutlicher sprechen, Nähe am Ohr und auch bewusst Hör-lernlaute einsetzten im Alltag.
Kinder brauchen nicht mehr vom speziellen, sondern mehr von dem Normalen.
Oliver Rien
http://www.oliver-rien.de/index.php?opti...id=12&Itemid=26
ging in seinem sehr lebhaft und anschaulich vorgetragenen Beitrag auf die Thematik Verarbeitung, Trauerarbeit und kompensierende Identitätstrategien vor allem bei Kindern und Jugendlichen ein.
Er stellte bei seiner Arbeit mit jugendlichen Hörgeschädigten folgendes fest
1.Fühlen sich allenfalls krank, aber nicht behindert
Aber es wird nicht besser nur einfacher
2.Kaum oder gar kein Wissen über SGB IX, Schwerbehindertenausweis, Hörkurve etc
daher
Häufig Überforderung, Vereinsamung landen dann als dreissigjährige in Psychosomat. Kliniken, denn was unbekannt ist, macht Angst.
Sein Rat: LBG als Unterstützung, Stärkung der Eltern denn starke Eltern =starke Kinder
Eltern sollten fordern und fördern um ihre Kinder dann gut vom geschützten Raum zuhause in den ungeschützten Raum der Arbeits- und Berufswelt zu entlassen.
Frau Prof.Leonhardt referierte über Die Schule für das hörgesch.Kind- zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Rund 40 % der Kinder würden auf Grund der Elternwünsche in allgemeinen Einrichtungen unterrichtet. Eltern geben dabei als Grund an: wohnortnahe Beschulung, Kontakt mit Kindern aus der Nachbarschaft, eine Aussage über die Qualität der spez.Förderschulen ist dabei nicht getroffen worden.
Es gibt keine genaue aussagefähige bundesweit gültige Studie über dieses Thema. Ihre Angaben beziehen sich daher auf Bayern. Dabei wurde allgemein festgestellt dass die Mehrheit der Schüler positiv sich entwickelt, aber dass bei nicht funktionierender Integration die Alternativen zu spät greifen werden. Dabei sind der Übergang von der 2. zur 3. Kl. sowie die Pubertät eine sehr kritische und sensibel zu betrachtende Zeit. Es wurde weiterhin festgestellt dass die Mitschüler und Lehrer nicht die richtige Einschätzung des Kommunikationsverhaltens haben .Hier ist es Aufgabe der Eltern entsprechend zu informieren. Eine grosse Belastung bei hörgesch. Kindern ist das Thema Hausaufgaben. Hier dreht sich in den Familien oft das ganze Familienleben um diesen Punkt und überfordert Kinder und Eltern. Bis heute gibt es wenig spez. Massnahmen in den Regel- oder Gesamtschulen wie z.B. zu hoher Lärmpegel, Unterrichtsformat. Problematisch ist auch die Akzeptanz der unterstützenden Technik einmal durch das Kind selber, aber auch durch Lehrer und Mitschüler. Das hat Einfluss auf das Sprachverstehen im Unterricht. Ihr Rat
Kontakt zu anderen integrativen Schulen und zu den LBZs, die Kinder motivieren an Veranstaltungen teilzunehmen.
Ihrer Meinung nach, ist die präventive Integration am sinnvollsten, hier kommen nicht behinderte Kinder zu behinderten Kindern. Bei dieser Variante sind alle Rahmenbedingungen erfüllt, betr.Raumgestaltung, Technik usw.
http://www.paed.uni-muenchen.de/~gsp/mit...eonhardt.htm#FA
Ann Kathrin Rauch eine CI Trägerin und Medizin Studentin berichte über eigene Erfahrungen und Schwierigkeiten, sie bestätigte in wesentlichen die Aussagen der beiden letzten Referenten
Und gab jungen Hörgeschädigten mit auf den Weg
Viel zu lesen, Sprachen zu lernen, sich durch Sport u.a. Konzentrationspausen zu verschaffen
Den Abschluss bildete der Vortrag von Frau Ute Jung, Vizepr.der DCIG und Hörgesch.-Pädagogin.
Nachdem der Unterschied zwischen Integration und Inclusion betrachtet wurde, beschrieb sie die sog.Schwerpunktschule. Dabei wird das 2-Pädagogensystem angewandt. So sind individuell erforderliche Lernbedingungen möglich, es kommt zu einer psych. tStabilitä und grösserer Einsatzbereitschaft der Schüler. Wie in einem Vortrag vorher, wies sie besonders auf die Vorteile der Präventivintegration hin. das bedeutet gemeinsam leben und lernen mit anderen nicht behinderten Kindern und trotzdem individuelle Förderung.
Anschaulich machte sie aber deutlich dass sie als selbst Hörgeschädigte oft noch mit Problemen und Unverständnis ihrer Kollegen und Vorgesetzten zu kämpfen hat, da wird dann nicht wie bei Schülern Rücksicht genommen bzw. notwendige Technik angeboten.
Nach einem kurzem Imbiss mussten wir die Veranstaltung leider verlassen um noch rechtzeitig den Zug nach Hannover und dann den Anschluss nach Peine zu erreichen
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von hartmut: 06.11.2008 18:26.
|
|
06.11.2008 18:24 |
|
|
|
|
|
 |
Views heute: 2.469 | Views gestern: 2.536 | Views gesamt: 9.625.198
 |
RSS Feeds abonnieren |
|