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Optometrische Untersuchung bei LRS oder ADHS |
insomnia
Forenkönig
   

Dabei seit: 23.02.2007
Beiträge: 1.042
Gästebuch: deaktiviert
Familienstand: Verheiratet Religion: neuapostolisch Herkunft: Recklinghausen
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Optometrische Untersuchung bei LRS oder ADHS |
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Hallo,
seit der ersten Klasse doktern wir bei unserem Sohnemann an seiner LeseRechtschreibSchwäche (LRS) und seinem vermeintlichen ADS / ADHS herum.
Vor einem Jahr sind wir dann zu einem fähigeren Ergotherapeuten gewechselt.
In der Folge haben wir unseren Sohn daher auf Kisssyndrom untersuchen und behandeln lassen …ohne gewünschten Erfolg.
Vor kurzem kam der Ergotherapeut zu dem Schluss, dass der Junge einmal auf eine optometrische Fehlsichtigkeit hin untersucht werden sollte, da irgendetwas mit seinen Augen nicht in Ordnung ist.
Ich hatte schon immer den Verdacht, dass irgendetwas mit seinen Augen nicht in Ordnung ist, da der beim Vorlesen (4.Klasse) immer noch oft versucht hat, gängige Wörter aus den einzelnen Buchstaben zusammenzusetzen, so, als wenn der einige bekannte Buchstaben nicht richtig erkennen könnte.
Klar waren wir deswegen schön früh beim Augenarzt, immer ohne Befund 100% Sehkraft.
Der Ergotherapeut erklärte uns dass so, das das gesunde menschliche Auge in der Lage ist geringe optometrische Fehlsichtigkeiten auszugleichen. Das lernen die Babys in den ersten Lebensmonaten.
Wenn das Auge aber so weit aus der optischen Achse ist, das der Augenmuskel ständig ausgleichen muss, wird das Gehirn übermäßig beansprucht.
Diese Kinder fallen dann meist schon dem geschulten Personal in den Kindergärten durch große Defizite in der Feinmotorik auf.
Zum Beispiel Haltung eines Stiftes, zeichnen von geraden oder parallelen Linien.
Genauso war es bei unserem Jungen im Kindergarten. Solche Kinder fallen auch dadurch auf, das sie nichts zu Ende bringen und in der Erfüllung leichter motorischer Aufgaben zeitlich sehr hinter den anderen Kindern herhinken.
Jetzt kommt der Hammer:
Die Kosten einer zeitaufwändigen optometrischen Untersuchung werden nicht von den Krankenkassen übernommen und deshalb werden diese Untersuchungen auch nicht im Rahmen einer normalen augenärztlichen Untersuchung durchgeführt, und folglich wird auch eine solche schwerwiegende Fehlsichtigkeit oft über viele Jahre nicht erkannt!
Optometrische Untersuchungen sind auch ähnlich wie das Kisssyndrom wissenschaftlich sehr umstritten. Das Ganze steckt offenbar noch ziemlich in den Kinderschuhen, denn auch das Internet gibt dazu nicht viel her außer hoch gestelztes Fachchinesisch
Solch eine Untersuchung kostet etwa 60 – 120 Euro und kann nur von speziell geschulten Augenärzten durchgeführt werden.
Es gibt aber mittlerweile eine Menge Augenoptiker, die ensprechend geschult und zertifiziert sind, um diese Untersuchung durchzuführen. Einige verrechnen diese zeitaufwändige Untersuchung auch mit den Kauf einer Brille in ihrem Hause.
So auch in unserem Fall. Mit dem Untersuchungsergebnis und der Prismenbrille sind wir dann zu unserem Augenarzt gegangen und haben einen Sehtest durchführen lassen und in der Tat konnte der Junge mit der Brille besser sehen. Daraufhin gab es auch eine Brillenverschreibung vom Arzt und so bekamen wir wenigstens einen Teil der Kosten für die Brille von der Krankenkasse erstattet.
Unser Sohn findet die Brille cool und hat keine Probleme mit dem Tragen, wo er doch jetzt so aussieht wie sein brilletragender Papa. Wie sich jetzt alles weiter entwickelt bleibt abzuwarten.
Hier noch ein paar brauchbare Links:
http://www.flegl.de/de/presse/aa.php
http://www.dieprismenbrille.de/pdf/opto_gorzny.pdf
http://www.junkert-optometrie.de/kinderoptometrie.htm
Liebe Grüße Markus
Dieser Beitrag wurde 8 mal editiert, zum letzten Mal von insomnia: 07.09.2009 16:20.
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07.09.2009 13:10 |
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Nette

Administratorin
     

Dabei seit: 29.05.2006
Beiträge: 3.872
Gästebuch: aktiviert
Familienstand: Verheiratet Religion: neuapostolisch Herkunft: PM
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Das kenne ich! Hatte unser großer Junior auch! Allerdings hatten wir das Glück, dass unsere Krankenkasse die Untersuchungen VOR der OP bezahlt hat, die Kontrolluntersuchung NACH der OP dann nicht mehr, aber erfahrungsgemäß können gute Optiker die Werte besser herausbekommen als Augenärzte. Weil es so lange dauert und die Ärzte sich die Zeit nicht nehmen (können). Außerdem habe ich von einer Optikerin "gelernt", dass in der Optikerausbildung der Punkt "binokulares Sehen" dreimal so lange behandelt wird wie in der Augenarzt-Ausbildung...
Die Seite von dem Arzt ist zwar etwas schwer zu lesen, aber er ist eine Koryphäe (er hat zuerst eine Optikerausbildung gemacht und dann Medizin studiert), damals (1995, als mein Großer Patient bei ihm war) kamen Kinder aus Wiesbaden und Oslo zur OP nach Berlin. Inzwischen behandelt er leider nur noch Privatpatienten.
Der wichtigste Moment im Rückblick war, als Junior die neue Prismenbrille auf hatte, auf der Schaukel in Omas Garten saß und verwundert ausrief: Das sieht ja alles so anders aus ringsum!
Junior ist bei 20 Prismen mit 10 Jahren operiert worden und seitdem eine Leseratte...
__________________ Das Gute, dieser Satz steht fest, ist stets das Böse, das man lässt.
(Wilhelm Busch, "Die fromme Helene")
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07.09.2009 15:25 |
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Dania unregistriert
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Ich habe hier jetzt nicht die vergangenen Beiträge gelesen, aber ich habe mir so meine Gedanken gemacht, was die betroffenen Eltern eines behinderten, kranken Kindes, emotional so durchstehen müssen.
Da ist zunächst viel Schmerz vorhanden, evtl. auch die Frage - warum mein Kind - oder guter Gott wie konntest du solches zulassen?
Auf diese Fragen werden wir, ich beziehe mich damit ein, denn ich habe mehrere kranke Kinder, hier auf Erden sicherlich keine schlüssige Antwort bekommen. Erst wenn wir drüben sind werden wir wohl keine Fragen dieser Art mehr haben müssen, weil dann alles klar ist.
Eines wünsche ich aber allen Bedtroffenen, daß sie dennoch immer wieder neu voller Mut und Zuverischt und tiefem Vertrauen auf Gott schauen können. Er hat vielfältige Möglichkeiten zu helfen, daß das Auferlegte auch getragen werden kann.
Als unser jüngstes, schwerkrankes Kind, getauft wurde, hat unser Ältester in die Gemeinde gesprochen, dieses Kind sei eine Aufgabe für die ganze Gemeinde. Die Gemeinde hatte diese Worte verstanden. Sehr viel trostvollen Beistand durften wir wahrnehmen und die Gewißheit war da, viele betende Hände sind für uns erhoben.
Die Auswirkungen durften wir auch spüren.
Genau das alles wünsche ich auch derzeit betroffenen Eltern und Kindern, und ich würde mir wünschen, daß zunehmend die, die solch ein Leid nicht zu durchleben haben, fähig werden, Anteil zu nehmen, im Gebet für diese Seelen einzutreten.
Allen Betroffenen wünsche ich weiterhin viel Kraft zum Tragen.
LG Dania
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19.09.2009 10:59 |
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