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1Kor 10,23.24 / Joh 14,3 |
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Richtiger Umgang mit christlicher Freiheit (1Kor 10,23.24)
23 »Alles ist erlaubt!« ´sagt ihr`. ´Mag sein,` aber nicht alles ist deshalb auch hilfreich. – »Alles ist erlaubt!« Aber nicht alles dient der Gemeinde. 24 Jeder soll auf den Vorteil des anderen bedacht sein, nicht auf den eigenen Vorteil. 25 ´Was heißt das konkret?` Bei Fleisch, das auf dem Markt verkauft wird, braucht ihr nicht nachzuforschen, ´ob es einem Götzen geopfert wurde`. Ihr könnt alles ohne Bedenken und mit gutem Gewissen essen, 26 denn »die Erde und alles, was darauf lebt, gehört dem Herrn«. 27 ´Dasselbe gilt auch,` wenn jemand, der nicht ´an Christus` glaubt, euch zum Essen einlädt und ihr die Einladung annehmt: Ihr könnt alles, was euch vorgesetzt wird, unbedenklich und mit gutem Gewissen essen und braucht nicht nachzuforschen, ´woher das Fleisch kommt`. 28 Sollte allerdings jemand ausdrücklich zu euch sagen: »Dieses Fleisch wurde als Opfer dargebracht!«, dann esst nicht davon, und zwar mit Rücksicht auf den, der euch darauf aufmerksam gemacht hat – genauer gesagt, mit Rücksicht auf sein Gewissen. 29 Wohlgemerkt, ich spreche vom Gewissen des anderen. Was mein eigenes Gewissen betrifft, bin ich frei. Doch warum sollte ich mich so verhalten, dass das Gewissen des anderen verletzt wird und er meine Freiheit verurteilt? 30 Ich könnte zwar mit einem Dankgebet an der Mahlzeit teilnehmen. Aber soll es etwa dahin kommen, dass man mir Vorhaltungen macht wegen etwas, wofür ich Gott danke? 31 Was immer ihr tut, ob ihr esst oder trinkt oder was es auch sei – verhaltet euch so, dass Gott dadurch geehrt wird 32 und dass ihr für niemand ein Glaubenshindernis seid, weder für Juden noch für Nichtjuden, noch für die Gemeinde Gottes. 33 ´Nach diesem Grundsatz handle` auch ich: Bei allem, was ich tue, nehme ich Rücksicht auf alle. Ich bin nicht auf meinen eigenen Vorteil aus, sondern habe die vielen anderen Menschen im Blick; denn ich möchte, dass sie gerettet werden. (NGÜ – Neue Genfer Übersetzung)
Jesus Christus – der Weg zum Vater (Joh 14,3)
1 »Lasst euch durch nichts ´in eurem Glauben` erschüttern!«, ´sagte Jesus zu seinen Jüngern.` »Vertraut auf Gott und vertraut auf mich! 2 Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich dann etwa zu euch gesagt, dass ich dorthin gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? 3 Und wenn ich einen Platz für euch vorbereitet habe, werde ich wieder kommen und euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. 4 Den Weg, der dorthin führt, wo ich hingehe, kennt ihr ja.« 5 »Herr«, sagte Thomas, »wir wissen doch nicht einmal, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg dorthin kennen?« – 6 »Ich bin der Weg«, antwortete Jesus, »ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben. Zum Vater kommt man nur durch mich. 7 Wenn ihr erkannt habt, wer ich bin, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Ja, ihr kennt ihn bereits; ihr habt ihn bereits gesehen.« (NGÜ – Neue Genfer Übersetzung)
meine persönlichen Gedanken zu den Bibelworten
Was mache ich nun mit den beiden Bibelwörtern? Der beschriebene Umgang mit der christlichen Freiheit weist über den Weg Jesu zum Vater.
Im 1.-Korinther-Wort geht es um Rücksichtnahme auf den Nächsten, damit ich ihn auf seinem Glaubensweg zu Gott nicht behindere. Wenn ich das gerne und aus Liebe zum Nächsten beachte, dann bin ich frei und kann unter diesen Bedingungen meine Freiheit in und mit Christus ausleben. Der ganze Abschnitt 1Kor 23-33 ist weit und offen gedacht, jedoch keinesfalls mit drohendem Zeigefinger, auch nicht als ein Kleinmachen in der Gemeinde oder sich der Gemeinde unterordnend gemeint.
Paulus fordert die Gläubigen auf, also auch mich, als verantwortlicher, selbstständig denkender und handelnder Menschen überzeugt aus Liebe zum Nächsten ein paar Einschränkungen gerne anzunehmen. Paulus erlässt kein Gebot oder Gemeinde- oder Hausregeln. Er erklärt, warum es gut ist, dem Nächsten kein Glaubenshindernis in den Weg zu legen und möchte (mich) damit überzeugen. Er verhält sich hier wie Jesus, indem er die gewünschte Handlungsweise verständlich machen will.
Hier ist kein Glaube gefragt, sondern nackte (Mit-)Menschlichkeit und ein wenig wohlwollendes Verstehen und Handeln. Ich soll dem Türken ein Türke sein, dem Schwarzafrikaner ein Schwarzafrikaner, der Osteuropäerin eine Osteuropäerin, dem Inder ein Inder, dem Buschmann ein Buschmann, dem Jugendlichen ein Jugendlicher, dem Kind ein Kind, dem Greis ein Greis, usw. Ich soll jeden annehmen und ihn in seinem Glauben und Leben in Stück begleiten – in der Weise des/der Anderen.
Dabei ist es völlig unwichtig, was, wie und an wen er glaubt. Ich kann jeden Menschen liebevoll behandeln, wenn ich das will. Irgendwann werde ich gefragt, warum ich das mache. Und dann? Setzt dann eingeimpfter Missionsdrang ein? Nein! Wieso denn? Ich kann meinem Gegenüber sagen, dass ich ihn mag, so wie er ist, das ich gerne liebevoll mit ihm umgehen möchte, dass ich mit ihm ein Stückchen seines Weges gehen will. Dann werde ich sicher gefragt, wie ich zu dieser Haltung gekommen bin. Jetzt ist aber Zeit zum missionieren – Nein! Jetzt kann ich sagen, das solches Handeln für mich stimmig ist und dass ich die Motivation dazu aus meinem persönlichen Glauben ziehe. An wen ich glaube brauche ich noch nicht zu sagen, wenn keine weitere Nachfrage kommt. Ich kann einfach authentisch so leben und handeln, wie es mir mein Glauben aus und mit der Liebe Gottes zeigt. Das schließt das Bedrängen meines Nächten, das Aufbauen eines Glaubenshindernisses aus.
Das ist ein Teil der Freiheit eines Christen – Christ sein, dies aber niemandem aufdrängen – Christ sein überzeugt – irgendwann. Dann ist der Zeitpunkt zum Reden gekommen, wenn Neugier und Fragen da sind. Dann kann ich meine Freiheit genießen, die Fragen gerne beantworten, aus voller Überzeugung, ohne den Fragenden zu bedrängen. Danach heißt es zuhören, den jetzt ist mein Gegenüber dran und erzählt als Muslim, als Aber-/Wundergläubiger, als Orthodoxe oder Atheistin, als Hinduist, als Naturgläubiger, usw. Suche ich dabei nach Dingen, die mir gut tun und mir weiterhelfen können oder bin ich dann nur höflich und würde lieber weg hören, weil doch eigentlich nur mein Glaube der Richtige ist? Jetzt ist der Zeitpunkt zum Austausch von Erfahrungen aus dem jeweiligen Glauben gekommen. Derjenige, der sucht – mein Gegenüber oder ich – wird sich mit dem gehörten auseinander setzen. Wenn das Gesuchte gefunden wird, dann wird – zuerst vorsichtig/unschlüssig – gehandelt. Gott wird sich dann da finden lassen, wo er es für richtig hält. Das ist dann nicht mehr die Sache eines Christen, sondern Gottes Sache.
Wenn meine Freiheit in Christus echt ist und auch so rüberkommt/ankommt, trotz Rücksichtnahme auf den Nächsten, dann habe ich auf Jesu, den Weg, hingewiesen und Gott macht diesen Weg frei, wenn er das will. Jesus bereitet die Wohnungen vor (vgl. Joh 14,2.3), für mich und alle, denen Gott gnädig sein will. Dann kommt Jesus wieder, in der Regel nicht erst in ferner Zukunft, sondern in mein derzeitiges Leben, in das Leben meines Nächsten/meines Gegenübers. Wenn mein Gegenüber durch mich von meinem Weg zum Vater gehört hat, dann kann er auch seinen Weg zum Vater erkennen, denn ich habe meinen Teil getan und das was fehlt, gibt Gott dazu.
Ich, mein Nächster, Du, sollen Jesus, den Weg zum Vater, genau dann erkennen, wenn Jesus uns abholen möchte, unabhängig von Zeit und Stunde, von Gegenwart und Zukunft. Wenn Jesus mich holen will, dann ist das genau ein Augenblick: Jetzt! Da kann ich nicht sagen: 'Ich warte aber darauf, dass du in der Zukunft kommst.' Jesus kommt, wie ein Dieb in der Nacht. Er überrascht mich. Wenn dieser Zeitpunkt da ist, dann muss ich zugreifen – weiß ich denn, ob er nochmal kommt? Ich kann jetzt schon mit Jesus im Reich Gottes leben, mein ewiges Leben beginnen, ich brauche nur auf Jesus, dem Weg, zu gehen, spätestens dann, wenn er mich in meinem Leben auf dieser Erde damit überrascht.
Am Besten ist, man fragt Jesus, wie Thomas in Joh 14,5. Dann bekommt man Antwort, durch ein Gespräch mit (s)einem Nächsten, beim Lesen, beim Beten, durch Musik, im Gottesdienst, durchs Fernsehen, durchs Nachsinnen aus dem Heiligen Geist, durch einen plötzlichen Gedankenblitz, durch das Anschauen der Natur, eines Kunstwerkes, einer Ungerechtigkeit. Jesus hat so viele Weg, mir zu antworten, das ich sie nicht aufzählen kann. Wer sucht, findet – wer fragt, bekommt Antwort – so sind Vater, Sohn und Heiliger Geist nun mal – das kann sofort geschehen oder nach 90 Jahren. Darauf haben wir keinen Einfluss. Jesu Wiederkunft ist dann, wenn ich sie spüre, das kann jetzt oder zukünftig sein – ich muss nur aufmerksam genug sein, um die Wiederkunft Christi wahrzunehmen.
Alles, was für die Zukunft geglaubt wird, kann jetzt schon geschehen und in meinem leiblichen Leben beginnen – muss es aber nicht. Es beginnt hier in Unvollkommenheit und geht später bei Gott in Vollkommenheit weiter. Ich möchte alles von Gottes Geschenkte schon jetzt mitnehmen und erleben, so wie es kommt. Dann kann die Freiheit im Reich Gottes, das freie ewige Leben schon jetzt beginnen und weil ich so frei bin, kann ich Rücksicht auf jeden Glauben nehmen; weil ich so frei bin, kann ich lieben, wider alle Vernunft.
Liebe Grüße
Fred
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17.07.2010 03:24 |
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