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fantasie
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Dieser Beitrag wurde 4 mal editiert, zum letzten Mal von fantasie: 04.09.2010 18:18.

31.07.2010 14:50
tosamasi tosamasi ist weiblich
jenseits von gut und böse;-)


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Ja, fantasie, das sind schöne Gedanken.
Ich denke gerade nach über

Zitat:
Vergebung heißt nicht, dass du etwas gut heißen musst was der andere getan hat. Was schlecht war, darf auch schlecht genannt werden. Es bedeutet auch nicht, dass du dich dem Anderen gegenüber gut oder sicher fühlen musst. Das geht meist nur, wenn er sein Verhalten ändert. Vergebung heißt: Ich entlasse denjenigen aus der Verantwortung für mein Leben und nehmen sie ab jetzt selbt wahr. Das stärkt!


besonders über den Satz: Ich entlasse denjenigen aus der Verantwortung für mein Leben.
Manche(s) tut uns weh, verletzt uns, das sowieso außerhalb unseres Lebens ist, eine Randerscheinung. Trotzdem kann die Verletzung tief sein und uns eine Weile begleiten.

Ich denke oft, dass Verletzungen auch aus Hilflosigkeit geschehen, aber auch da erwartet man vom Hilflosen Einsicht.

Immer greift der von dir zitierte Satz:

Zitat:
Es bedeutet auch nicht, dass du dich dem Anderen gegenüber gut oder sicher fühlen musst.


den ich so deute, dass weitere Verletzungen nicht ausgeschlossen werden.

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Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

31.07.2010 16:40 tosamasi ist offline E-Mail an tosamasi senden Beiträge von tosamasi suchen Nehmen Sie tosamasi in Ihre Freundesliste auf
Dania
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Liebe fantasie,

die Autorin ist mir bekannt und auch ihre Thesen. Sie sind ja zutreffend.
Wenn ich heute als alter Mensch auf mein Leben zurückschaue, so muß ich sagen, es hat lange gedauert, aber nun ist es mir möglich geworden, Menschen zu vergeben, mich mit ihnen, egal ob sie noch hier auf Erden weilen oder schon in der Ewigkeit sich befinden, zu versöhnen. Solch ein Tun befreit, führt zur Leichtigkeit des Seins.

Was ich an mir auch erfahren habe, ist die Gelassenheit des Alters. Das ist einfach sehr wahr. Worüber ich mich früher erregt, kritisiert, Änderung verlangt habe usw., schließe ich heute müde die Augen und denke, soll es doch sein swe es ist. Damit schließe ich aber keinesfalls aus, zu überlegen, kann ich die Dinge beeinflussen, Modifizierung herbeiführen oder muß ich sie dahingehen lassen.

Ja, auch habe ich mit zunehmendem Alter gelernt, meine Schwächen gut zu erkennen und auch zu ihnen zu stehen. Es fällt mir heute nicht mehr schwer zu sagen, dieses oder jenes beherrsche ich nicht, möchte ich aber noch lernen oder wie auch immer. In jungen Jahren gab es das nicht. Wenn sich eine Wissenslücke aufgetan hat, so habe ich flugs dafür gesorgt, daß sie geschlossen wurde und das stets in der Hoffnung, niemand möge bemerkt haben, daß ich ein Defizit hatte. Heute kann ich über so etwas nur müde lächeln.

Auch ein Punkt der für mich von Bedeutung war, war mein schier überbordender Ehrgeiz. Ich hatte bitte bei allem was ich tat oder in Angriff nahme stets gute Resultate vorzuweisen oder ich war eben unfähig. Dabei war es so, daß ich Mißerfolgserlebnisse lange nicht als Aufforderung und Herausforderung für mich annehmen konnte, es eben zu versuchen in Zukunft besser zu machen, sondern ich litt unsagbar unter meiner vermeintlichen Unfähigkeit.

Alles was ich jetzt geschildert habe, sind Lernprozesse, wie sie für einen jeden von uns in irgendeiner Form im Leben gegeben sind, auch im Glauben. Ich denke, die Hauptsache ist, daß man lernt, sich den Gegebenheiten zu stellen, sich auseinanderzusetzen und einen Weg zu finden für sich selbst und für andere zum Wohle.

Dania
31.07.2010 16:45
tosamasi tosamasi ist weiblich
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Den Hang zur Perfektion kenne ich (leider) auch. Er kann einem das Leben ganz schön schwer machen. In der Regel erwartet man von seinen Mitmenschen Gleiches, und ist gelegentlich enttäuscht über deren Gelassenheit in manchen Dingen, aber auch ein bisschen neidisch, denn die Leichtigkeit des Seins erlebt man kaum bei ständigem Vollkommenheitsstreben. Das endet dann eher in Überforderung und Burnout.

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tosamasi

31.07.2010 16:56 tosamasi ist offline E-Mail an tosamasi senden Beiträge von tosamasi suchen Nehmen Sie tosamasi in Ihre Freundesliste auf
Alicia
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Zitat:
von fantasie
Reife Menschen erkennen ihre Mängel und können sie benennen. Sie können auch benennen, was sie verletzt hat und sie können diese Verletzungen vergeben.

Vergebung heißt nicht, dass du etwas gut heißen musst was der andere getan hat. Was schlecht war, darf auch schlecht genannt werden. Es bedeutet auch nicht, dass du dich dem Anderen gegenüber gut oder sicher fühlen musst. Das geht meist nur, wenn er sein Verhalten ändert

Sie führt weiter aus, dass oft ein Perspektivwechsel entlastend und erlösend sein kann.


Ja,da ist viel wahres dran.

Ich denke bei all dem was einen im Leben verletzt hat-man kann nur vernünftig weiter leben-wenn man vergeben kann.

Ich kann an den Verletzungen nichts ändern-sie sind passiert.
Ich kann den anderen Menschen nicht ändern-jeder ist sein eigener Herr,muß das für sich verantworten.

Was ich kann-meine Einstellung ändern.Das liegt in meiner Hand.

Vergeben heißt nicht vergessen-denn auch diese Verletzungen gehören zu unserem Leben.
Ich finde es auch völlig ok,wenn man sie ab und an erwähnt.
Das heißt nicht-wie viele oftmals denken-das man nicht darüber weg ist oder nicht vergibt.

Sondern das man diese als Teil seines Lebens akzeptiert.
So lange man sich davon nicht runterziehen läßt-kann man sie auch betrachten und daraus lernen.

Meine Oma hat es uns Kindern früher ans Herz gelegt:

Habt ihr Streit mit jemanden-regelt das sofort.
Geht nicht ins Bett mit einem schlechten Gefühl.
Hat euch jemand verletzt,sprecht es an.
Manchmal sind es schlimme,vorsätzliche Verletzungen-wo es nicht möglich ist das zu klären.
Manchmal aber geschieht es ohne Absicht.
Der andere hat es nicht einmal bemerkt.
Das ist nicht gut für euer Seelenleben.
Und dann betet,das dieser damit auch leben kann und daraus lernt.
Vergeben ist am Größten,wenn man auch vermeintlichen Feinden von Herzen vergeben kann


Das habe ich mir schon als Kind zu Herzen genommen.
Meine Geschwister erst später-irgendwie war ich wohl anders Augenzwinkern
Aber es erlebt halt jeder anderes und das prägt.

Aber gerade diese Offenheit kam in der Umgebung nicht immer gut an.

Als Kind stellte ich überrascht fest-wie viele Menschen den Kopf in den Sand stecken und lieber schweigen,verdrängen.
Selbst im ganz nahem Umfeld,in der Familie.

Ich schrieb es mit 13 Jahren in mein Tagebuch:
Glaubt ihr Erwachsenen wirklich Probleme verschwinden-wenn man nur ja nicht darüber redet?

Denn so kam es mir oft vor.

Es war etwas passiert was mir zu schaffen machte und es hieß: Denk einfach nicht darüber nach.
Wow-aufhören zu denken?Aufhören zu fühlen?

Ich glaube das viele meinen,wenn man etwas ausspricht wird es schlimmer.
Ich bin der Meinung,es ist genau anders herum.
Dieses Schweigen belastet mehr.

Oh,etwas vom Thema weg. rotes Gesicht
Ich bin jemand,der gelernt hat wirklich immer beide Seiten zu sehen und versucht es zu klären.

Auch in der Kirche war es oft so.Es hieß:
Bete und alles wird gut.
Ich glaube auch in der Kirche mußte man irgentwann erkennen-ich kann nicht alles ignorieren und der Glaube heilt nicht alles.
Auch dort bedurfte es erst ein wachsen.

Alte Verletzungen muß man oft mit sich selber abmachen,für sich allein abschließen.Aber gerade dieser Abschluß ist wichtig.
Vergeben ist ein Teil davon-es befreit.

Oft kommt man erst mit den Jahren dazu,das zu erkennen.
Manchmal braucht es aber keine Reife vom biologischen Alter-sondern innere Reife.
Es passieren Dinge,die einen alles bewußter und anders sehen lassen.

Ich habe für mich festgestellt,das Verletzungen seelischer Natur sich nicht immer aussitzen lassen.
Das anschauen-wie schmerzlich es manchmal auch ist-einfach schneller zum Abschluß führt.

Blöd nur,wenn das Gegenüber diesen Austausch scheut.
Da gilt es dann für sich selber einen Weg zu finden.

Ich denke,das ist mir gut gelungen.
Ich kann vergeben,für mich Frieden finden.

Natürlich beeinflussen mich manche Verletzungen bis heute.Narben bleiben.

Etwas Schmerz bleibt immer-für immer.

Wenn man aber akzeptiert,das es zu einem gehört-muß es nicht negativ wahrgenommen werden.
Es ist halt ein Teil von mir-so bin ich.

Für 2 Euro so viel Weisheit gekauft fantasie-da kann man doch nicht meckern großes Grinsen

Liebe Grüße.Alicia wech

Dieser Beitrag wurde 4 mal editiert, zum letzten Mal von Alicia: 31.07.2010 20:18.

31.07.2010 20:01
Anja
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Mmmmh, interessantes Thema - vielem hier stimme ich absolut zu. Jo!

Mit dem habe ich allerdings so meine Probleme:

Zitat:
von fantasie
Man klagt denjenigen, der verletzt hat nicht an, sondern fragt sich, aus welchem eigenen inneren Mangel heraus er sich wohl so verhalten hat. Was bräuchte er, damit er sich anders, besser verhalten könnte. Und was kann ich im eventuell sogar geben, damit ihm das gelingt. Und man kann auch überlegen, wie hätte ich mich in seiner Situation verhalten?


Der erste Teil ist einfacher.
Anklagen bringt mich nicht weiter - auch wenn man es oft im ersten Moment tut.
Das warum ist das passiert und den anderen versuchen zu verstehen - das versuche ich immer.

Aber der Rest - kommt glaube ich auf die Art und Schwere der Verletzung an.

Nicht bei jeder Verletzung kann und möchte man sich fragen, was man für denjenigen tun kann.

Vergeben ist das eine - es gibt aber durchaus Situationen, wo man nur auf sich schauen sollte.

Weil die Verletzung zu schwer ist, um sich noch mit dem anderen zu beschäftigen.

Weil nicht jedes und alles erklärbar ist.

Da hilft dann nur loslassen, nach vorne schauen, annehmen - gut für sich sorgen, einen Weg finden für sich damit klar zu kommen.


Im alltäglichen Umgang kann ich gut vergeben, denn das sind Verletzungen, die immer passieren können.
Da ist es wesentlich einfacher - finde ich.

Da klappt es sehr gut und ich bin auch nicht nachtragend.
Jeder Mensch macht Fehler - da kann ich mit umgehen, es ist Einstellungssache.

An welchem Punkt ich immer erst durchatmen und auch mein Temperament zügeln muß - wenn jemand mein Kind verletzt.

Tue meiner Kleinen weh und du hast ein mächtig großes Problem Pfeif

Da muß ich noch dran arbeiten Augenzwinkern Aber ich bin ja noch nicht in eurem reifen Alter großes Grinsen

LG Anja

Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Anja: 31.07.2010 21:27.

31.07.2010 21:24
Dania
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Zitat:
Da muß ich noch dran arbeiten Augenzwinkern Aber ich bin ja noch nicht in eurem reifen Alter großes Grinsen


Liebe Anja, beim Lesen Deiner obigen Aussage habe ich schmunzeln müssen.
Für Dein noch junges Alter bist Du sehr reif und vorbildlich in Deinem Denken und Verhalten. Wenn Du Dich mit verletzt, angegriffen fühlst, wenn Deinem Kind etwas Ungutes widerfährt, so ist das eine völlig normale, aus tiefer Liebe und Fürsorge gespeiste Reaktion, die Du dann zeigst.

Meine Aussage früher war immer, ich werde zur Löwenmutter, wenn man meinen Kindern etwas tut. Dann ist man mir am besten aus dem Wege gegangen. Ja, für mich ist diese Zeit schon vorbei, selbst meine Enkelkinder sind auf gutem Wege erwachsene junge Männer zu werden.
Trotzdem, jede Phase des Lebens hat seine schönen und guten Seiten, man muß es nur richtig sehen wollen und nicht an Vergangenem festhalten um jeden Preis.

Ferner gibt es die völlig richtige These vom lebenslangen Lernen. Das impliziert, bleibe ich offen, neugierig, mutig, dann kann ich bis ins hohe Alter lernen, wachsen, reifen.

Dania
01.08.2010 10:52
Waage Waage ist weiblich
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RE: Wachsen - Reife Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von fantasie

[Zitat]Vergebung heißt: Ich entlasse denjenigen aus der Verantwortung für mein Leben und nehmen sie ab jetzt selbt wahr. Das stärkt![Zitatende)
...
Sie führt weiter aus, dass oft ein Perspektivwechsel entlastend und erlösend sein kann. Man klagt denjenigen, der verletzt hat nicht an, sondern fragt sich, aus welchem eigenen inneren Mangel heraus er sich wohl so verhalten hat. Was bräuchte er, damit er sich anders, besser verhalten könnte. Und was kann ich im eventuell sogar geben, damit ihm das gelingt. Und man kann auch überlegen, wie hätte ich mich in seiner Situation verhalten?


Mir kommt gerade ein Zitat von Jesus in den Sinn, wo er sagt: Wenn Dich jemand schlägt, halte ihm die andere Backe auch noch hin (bin nur gerade zu faul, die Fundstelle in der Bibel zu suchen Augenzwinkern ).

Die Vorstellungen der Autorin, die fantasie zitiert, gehen doch perfekt in die Richtung. Wenn ich mich in die Lage und Gedanken desjenigen versuche zu versetzen, ja, versuche zu überlegen, wo er evtl. einen Mangel hat und wie ich diesen ausgleichen könne, halte ich ihm doch symbolisch "die andere Backe hin" - wende mich nicht ab sondern bleibe ihm zugewandt, gehe sogar noch einen Schritt auf ihn zu.

Interessant finde ich auch den Zusammenhang zwischen "denjenigen aus der Verantwortung für mein Leben entlassen" und der weitergehenden Überlegung, welchen Mangel es zu kompensieren gilt.

Das eine geht nicht ohne das andere. Auch hier kommt mir der biblische Zusammenhang von "Vergebung" und "Erlösung" in den Sinn. Ich kann nicht allein nur "Erlösen" indem ich überlege, welchen Mangel der andere hat und wie ich evtl. helfen könnte, den Zustand zu beseitigen ohne aber zu "Vergeben" - ihn aus seiner Verantwortung für mein Leben zu entlassen. Es gibt auch kein Ganzes, wenn ich "nur" vergebe ohne mich in die Lage des anderen versuche zu versetzen.

Also - da ich im Schwäbischen wohne, wo man bekannterweise seeeehr sparsam ist, bin ich natürlich hocherfreut, dass ich diese guten Gedanken nicht für 2 Euro sondern "für umsonscht" bekommen habe großes Grinsen großes Grinsen

__________________
Liebe Grüße
Waage


Liebe besteht nicht darin, dass man einander anschaut, sondern dass man gemeinsam in dieselbe Richtung blickt (A. de Saint-Exupery).
02.08.2010 09:02 Waage ist offline E-Mail an Waage senden Beiträge von Waage suchen Nehmen Sie Waage in Ihre Freundesliste auf
fantasie
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Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zum letzten Mal von fantasie: 04.09.2010 18:18.

02.08.2010 09:32
Anja
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Hey,
meine Gedanken zum Thema schrieb ich ja, aber zu diesem Satz von dir Waage, liegt mir noch etwas am Herzen. Jo!

Weil ich denke, es könnte sich eventuell auf meinen Beitrag beziehen.
Zitat:
von Waage
Es gibt auch kein Ganzes, wenn ich "nur" vergebe ohne mich in die Lage des anderen versuche zu versetzen.

Klar ergeben beide Seiten ein Ganzes im Normalfall.
Ich kann auch gut vergeben und bin nicht nachtragend. Ausnahmen gibt es.

Deshalb schrieb ich das hier:

Nicht bei jeder Verletzung kann und möchte man sich fragen, was man für denjenigen tun kann.
Vergeben ist das eine - es gibt aber durchaus Situationen, wo man nur auf sich schauen sollte.
Weil die Verletzung zu schwer ist, um sich noch mit dem anderen zu beschäftigen.
Weil nicht jedes und alles erklärbar ist.
Da hilft dann nur loslassen, nach vorne schauen, annehmen - gut für sich sorgen, einen Weg finden für sich damit klar zu kommen.


Das bezog sich von mir nicht auf alltägliche Situationen, am Arbeitsplatz, hier im Forum, mit Familie, Freunden – sondern auf Extremsituationen.

Situationen, wie Gewalttaten – wo schwere körperliche und psychische Verletzungen entstanden sind.

Da ist das Ziel – vergeben, damit abschließen und weiter leben.

Ein Teil des Lebens wurde zerstört - man demjenigen aber keine Macht gibt den Rest auch noch zu zerstören.

Man vergibt um inneren Frieden zu finden.

Da ist vergeben dann nicht " nur " – sonder ein großer Schritt.

Zu Verletzungen gehört fast immer auch, sich mit demjenigen zu beschäftigen, der verletzt hat.
Aber eben nicht automatisch immer.
Es gibt Ausnahmen.

Wo es nicht machbar ist - da ist vergeben und nach vorne schauen, abschließen, annehmen das wichtigste.

Zitat:
von fantasie
Der Mensch besteht viel lieber auf seiner Sichtweise und verteidigt sie - warum auch immer. Vielleicht um nicht das Gesicht zu verlieren, vielleicht um nicht zuzugeben, dass er auch eine Mitschuld trägt. Es ist ja einfacher, dem anderen die Schuld zuzuschieben.


Auch hier würde ich gerne darauf hinweisen - das nicht an jeder Verletzung beide Schuld sind.

Oftmals ist es sicher so - das beide beteiligt sind. Der eine mehr, der andere weniger. Oder auch zu gleichen Teilen.

Aber gerade bezüglich Straftaten und anderen unverschuldeten Ereignissen - muß man es ein wenig anders und nicht so pauschal sehen.

Im Normalfall muß man sicherlich immer fragen - ob man auch etwas falsch gemacht hat - das ist klar.

Auch das gehört zum Verarbeitungsprozeß. Das gehört zur Reife und zum wachsen an der Situation.

Aber auch im Normalfall können Dinge passieren, wo derjenige absolut schuldlos ist.

Ansonsten sollte man - und das tue ich auch - sich selber kritisch fragen: Habe ich auch einen Fehler begangen?
Und dann daraus lernen.

Eine Entschuldigung kann da oft Brücken bauen - dazu sollte man nie zu stolz sein.

LG Anja wech

PS:
Zu Besserwissern auf der Arbeit könnte wahrscheinlich jeder von uns ein Lied singen. Pfeif
Manche Menschen denken, es ist Schwäche mal einen Fehler einzugestehen.
Aber ist das nicht eher Größe?
Wer ist schon perfekt?

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Anja: 02.08.2010 20:25.

02.08.2010 20:05
Waage Waage ist weiblich
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Zitat:
Original von Anja
Hey,
meine Gedanken zum Thema schrieb ich ja, aber zu diesem Satz von dir Waage, liegt mir noch etwas am Herzen. Jo!

Weil ich denke, es könnte sich eventuell auf meinen Beitrag beziehen.
Zitat:
von Waage
Es gibt auch kein Ganzes, wenn ich "nur" vergebe ohne mich in die Lage des anderen versuche zu versetzen.

Klar ergeben beide Seiten ein Ganzes im Normalfall.
Ich kann auch gut vergeben und bin nicht nachtragend. Ausnahmen gibt es.


Das bezog sich von mir nicht auf alltägliche Situationen, am Arbeitsplatz, hier im Forum, mit Familie, Freunden – sondern auf Extremsituationen.


Nein, Anja, ich habe den Beitrag ganz spontan geschrieben und so auch diese Formulierung. Da war nicht speziell Dein Beitrag gemeint smile

Dass es Extremsituationen gibt, in denen man sich lange selbst "nur" mit dem Vergeben schwer tut geschweige denn sich mit dem Täter und seinem Hintergrund beschäftigen mag - keine Frage. Da ist schon das Vergeben können ein riesengroßer Schritt, um den ich jeden bewundere, der dazu fähig ist. Jo!

Zitat:
von Anja: Auch hier würde ich gerne darauf hinweisen - das nicht an jeder Verletzung beide Schuld sind.


Auch hier gebe ich Dir Recht: Es ist keine Mitschuld sondern oft nur einfach ein Beteiligtsein, das leider sehr oft als "Mitschuld" interpretiert wird. Da ist das Opfer, dem eine "Mitschuld" angehängt wird, einfach nur zur "falschen Zeit am falschen Ort....."

__________________
Liebe Grüße
Waage


Liebe besteht nicht darin, dass man einander anschaut, sondern dass man gemeinsam in dieselbe Richtung blickt (A. de Saint-Exupery).
03.08.2010 08:11 Waage ist offline E-Mail an Waage senden Beiträge von Waage suchen Nehmen Sie Waage in Ihre Freundesliste auf
Alicia
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Zitat:
Original von Waage

Es ist keine Mitschuld sondern oft nur einfach ein Beteiligtsein, das leider sehr oft als "Mitschuld" interpretiert wird. Da ist das Opfer, dem eine "Mitschuld" angehängt wird, einfach nur zur "falschen Zeit am falschen Ort....."


Genau das sollte man einigen Menschen allgemein auf die Stirn tackern!!! Jo! großes Grinsen

So ist es Giveme5

Wie oft stand ich in meiner Arbeit als Familienhelferin genau diesem Problem gegenüber-das erwachsene Opfer immer auch irgentwie mit Schuld sind.

Vergeben und nach vorne schauen ist da immer ein richtig großer Schritt.

Liebe Grüße.Alicia
03.08.2010 10:59
Anja
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Zitat:
von Alicia
Genau das sollte man einigen Menschen allgemein auf die Stirn tackern!!! Jo! großes Grinsen

So ist es Giveme5


Bist du brutal Zunge raus

Aber den Worten von Waage stimme ich genau wie du zu. Giveme5

LG, Anja wech

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Anja: 03.08.2010 13:25.

03.08.2010 13:24
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