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Zum Ende der Seite springen 05.09.2010 - Offenbarung 3, 15
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fred
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05.09.2010 - Offenbarung 3, 15 Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Die Botschaft an die Gemeinde in Laodizea
14 »Und an den Engel der Gemeinde in Laodi­zea schreibe: Der, der treu ist, der vertrauens­würdige und zuverlässige Zeuge, der Ursprung von allem, was Gott geschaffen hat – der lässt ´der Gemeinde` sa­gen: 15 Ich weiß, wie du lebst und was du tust; ich weiß, dass du we­der kalt noch warm bist. Wenn du doch das eine oder das andere wärst! 16 Aber weil du weder warm noch kalt bist, son­dern lauwarm, werde ich dich aus meinem Mund aus­spucken. 17 Du sagst: ›Ich bin reich und habe alles im Überfluss, es fehlt mir an nichts‹, und dabei merkst du nicht, in was für einem jämmerlichen und erbärmli­chen Zustand du bist – arm, blind und nackt. 18 Ich rate dir: Kaufe bei mir Gold, das im Feuer gereinigt wurde, damit du reich wirst, und weiße Kleider, damit du etwas anzu­ziehen hast und nicht nackt dastehen und dich schämen musst. Kaufe auch Salbe, und strei­che sie dir auf die Augen, damit du wieder se­hen kannst. 19 So mache ich es mit allen, die ich liebe: Ich decke auf, was bei ihnen verkehrt ist, und weise sie zurecht. Darum mach Schluss mit deiner Gleich­gültigkeit und kehre um! 20 Merkst du nicht, dass ich vor der Tür stehe und anklopfe? Wer meine Stimme hört und mir öff­net, zu dem werde ich hineingehen, und wir werden miteinander essen – ich mit ihm und er mit mir. 21 Dem, der siegreich aus dem Kampf hervorgeht, werde ich das Recht geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie auch ich den Sieg er­rungen habe und jetzt mit meinem Vater auf seinem Thron sitze. 22 Wer bereit ist zu hören, achte auf das, was der Geist den Ge­meinden sagt!« (NGÜ – Neue Genfer Übersetzung)

Ein Brief an die Gemeinde in Laodizea
14 „An den Engel der Gemeinde von Laodizea schreib mal Fol­gendes: Was jetzt kommt, ist von dem, der selbst das Verspre­chen ist, von Christus, dem echten, ehrlichen und treuen Zeugen. Er war schon da, bevor Gott das Univer­sum geschaffen hat. 15 Ich kenne dich sehr gut. Ich weiß genau, wie du drauf bist. Du bist nämlich nicht heiß und auch nicht kalt. Wenn du wenigstens eins von beiden wärst! 16 Aber du hängst genau in der Mitte, du bist schlaff und lau. Und darum spucke ich dich aus! 17 Du lässt den Dicken raushängen, du sagst: ‚Ich hab so viel Kohle, ich brauche nichts mehr!‘ Und dabei kriegst du noch nicht mal mit, wie peinlich du eigentlich bist, dass man Mit­leid mit dir haben muss. Du peilst über­haupt nicht, was wirklich Sache bei dir ist. Du bist nämlich total arm und blind und splitter­nackt! 18 Ist es nicht höchs­te Zeit, dich um Sachen von wirklich bleibendem Wert zu kümmern? Besorg dir reines Gold, das in meinem Feuer gereinigt wurde! Nur dieses Gold macht dich wirk­lich reich, und das bekommst du nur bei mir! Und lass dich mal neu einkleiden. Ich hab ein paar supersaubere weiße Klamot­ten für dich, damit du nicht länger nackt rumlaufen musst. Und orga­nisier dir mal Salbe für die Augen, damit die Ent­zündung weggeht und du wieder besser sehen kannst. 19 Ich zeig dir deinen Mist, weil ich dich liebe! Ich will dich fürs Leben trainieren, darum strafe ich dich. 20 Merkst du das nicht? Pass auf, noch stehe ich vor deiner Tür und rufe dich! Und wer mich jetzt hört und mir die Tür öffnet, zu dem werde ich reingehen. Zusammen werden wir das besondere Abendessen feiern. 21 Jeder, der es packt und durch­zieht und so das Böse besiegt, wird mit mir auf dem Chefsessel des Universums sitzen. Genauso wie ich es gepackt habe, ge­siegt habe und mich mit meinem Vater auf den Chefsessel ge­setzt habe. 22 Passt auf und hört genau hin, was der Geist Got­tes seinen Gemeinden sagt.“
(Volxbibel – http://wiki.volxbibel.com/index.php/Offenbarung_3)


Deutung der Offbarung - An die Gemeinde in Laodizea - Botschaft der sieben Sendschreiben

Die Deutung der Offb. Joh.
Erst seit dem Ende des 4. Jahrhunderts n. Chr. ist die Offb. Joh. in der ganzen christlichen Kirche als heilige Schrift anerkannt. Bis dahin wurde um ihre Geltung hart gerungen: Während es im Osten nur wenige Anhän­ger der Offb. Joh. gab, stand sie im Westen (Rom) schon früh in hohem Ansehen. In seinem berühmten Os­terfestbrief aus dem Jahre 367 n. Chr. zählt der Bischof Athanasius von Alexandria die kanonischen Bücher des Neuen Testamentes auf und nennt am Ende auch die Offb. Joh. Von da an verstummt allmählich der Widerspruch, und die Offb. Joh. wird allgemein zum Kanon der neutestamentlichen Schriften gerechnet. ...
Im Mittelalter und bis in die Neuzeit hinein ist die sog. kirchen- bzw. weltgeschichtliche Deutung vielfach auf die Offb. Joh. angewandt worden. Dabei wird von der Voraussetzung ausgegangen, in der Offb. Joh. sei der Verlauf der Weltgeschichte bzw. der Kirchengeschichte bis zum Ende geweissagt. Dann aber muß es mög­lich sein, deren Bilder auf bestimmte Ereignisse der bereits abgelaufenen Geschichte zu beziehen und an der Folge der Visionen des Buches abzulesen, wie weit der Zeiger auf der Weltenuhr fortgerückt ist. Häufig wird dabei der Versuch unternommen, die noch ausstehende Frist und den Zeitpunkt des Weltendes zu be­rechnen ... Gegen die ... geschichtliche Deutung spricht vor allem die Tatsache, daß sie von Jahrhundert zu Jahrhundert verän­dert werden mußte und durch die Ereignisse selbst widerlegt worden ist.
Eine wissenschaftlich begründete Auslegung der Offb. wurde erst möglich, als man zu Ende des 18. Jahr­hunderts be­gann, das Buch des Johannes aus seiner Zeit heraus zu erklären und im Blick auf die Ereignisse zu lesen, die die Ge­meinden damals unmittelbar betrafen. Zeitgeschichtliche Bezugnahmen sind vor allem in den Kapiteln 13 und 17 zu fin­den. Werden sie erkannt, dann verbieten sich alle Versuche, willkürlich irgend­welche Gleichsetzungen mit Personen vor­zunehmen, die als große oder schreckliche Gestalten in der Welt­geschichte aufgetreten sind. ... das ganze Buch steht unter der Erwartung des Endes. Diese endgeschichtliche Ausrichtung des Werkes muß daher bei der Erklärung aller Ab­schnitte berücksichtigt wer­den. Zwar schreibt Johannes für christliche Gemeinden, die in einer bestimmten Not und Bedrängnis stehen; aber er nimmt zu diesen Ereignissen Stellung, indem er sie unter die Botschaft vom kommenden Ende rückt. Er erwartet das Ende in naher Zukunft (1,1.3; 22,6.10). Er will die Gemeinden in den Anfechtungen stärken, indem er zu ihnen von Gottes Herrschaft spricht, jedoch nichts von den Schrecken verschweigt, die noch be­vorstehen. ... Daher muß die Auslegung der einzelnen Bilder die Vorgeschichte der verwendeten Stoffe gründlich er­forschen und dann herausarbeiten, in welchem Sinne der Verfasser die überkommenen Elemente seiner­seits nun verarbeitet hat und verstanden wissen will. Das heißt aber, daß die Offb. traditionsgeschichtlich er­klärt werden muß ..., daß der Seher Jo­hannes im Denken und in den Anschauungen der jüdischen Apokalyptik be­heimatet ist, daß er aber auch as­tralreligiöse und mythische Überlieferungen anderer Völker benutzt hat, um sie seiner Verkündigung dienst­bar zu machen. Nur wenn diese religionsgeschichtlichen Zusammenhänge sorgfältig berücksichtigt werden, kann der Ausleger die Botschaft der Offb. sachgemäß erklären und der Gefahr entgehen, willkürliche Speku­lationen anzustellen oder fremde Gedanken in den Text einzutragen.

An die Gemeinde in Laodizea 3,14-22
14 Die Stadt Laodizea, die Antiochos II. im 3. Jahrhundert v. Chr. gegründet und nach seiner Gemah­lin Laodice be­nannt hatte, war reich, berühmt durch Handel, Bankwesen und eine Ärzteschule. Nach einem furchtbaren Erdbeben, das 60/61 n. Chr. die Stadt zerstört hatte, konnten ihre Bürger sie ohne fremde Hilfe wieder aufbauen und rasch zu neuer Blü­te emporführen. Die Anfänge der christlichen Gemeinde in Laodizea reichen in die Zeit des Apostels Paulus zurück (Kol 2,1; 4,13-17). Zu ihr spricht Christus in göttlicher Voll­macht; denn wahrhaftig ist Gott allein, der Gott des Amen (Jes 65,16). An seiner Seite steht Jesus als der treue und wahrhaftige Zeuge (1,5), der Urgrund der Schöpfung (vgl. Kol 1,15). Er ist der Ursprung und Uran­fang alles dessen, was ist (vgl. Joh 1,1; Hebr 1,3). Mit diesem Gedanken von der Mitwirkung bei der Schöp­fung, der im Judentum auf die Weisheit bezogen wird (vgl. Spr Sal 8,22), soll ausgesagt wer­den, daß das Christusgeschehen aller Welt gilt.
15 Der erhöhte Herr, der mit Gott über das All regiert, wendet sich mit scharfem Tadel an die Gemein­de. Sie lebt - weder kalt noch warm - in selbstzufriedener Sattheit.
17 Die Gemeinde dagegen ist sich dessen gar nicht bewußt, wie es um sie bestellt ist ... sie sieht nicht, daß sie sich in einem Zustand befindet, der nur als schlechthin bejammernswert geschildert werden kann. Sie, die sich so gut in der Welt ein­gerichtet hat, ist im Urteil Christi arm, blind und nackt.
18 Dieser Feststellung entspricht der dreifache Rat, der ihr gegeben wird: von ihm echtes Gold zu »kaufen«, wie es die Armen umsonst von ihm empfangen (vgl. Jes 55,1); bei ihm sich weiße Kleider zu ho­len, um die Schande der Nacktheit zu verhüllen; und sich von ihm - wie wohl in Anspielung auf die bekannte Ärzteschule der Stadt gesagt ist - Au­gensalbe verschreiben zu lassen, um die Blindheit zu heilen. Diese Empfehlungen meinen alle drei dasselbe: Bei Chris­tus allein gibt es wahren Reichtum, Fülle des Heils, wirkli­che Genesung.
19 Der nachdrückliche Ruf zur Umkehr, der mit solcher Schärfe an die mit sich selbst zufriedene Ge­meinde gerich­tet wird, ist aber nichts anderes als Ausdruck der Liebe, mit der der Herr auch die satten und lauen Christen wachrütteln und zur Besinnung bringen möchte.
22 Der Weckruf ... unterstreicht den Befehl, der an alle gerichtet ist: wachen, hören, bereit sein.

Die Botschaft der sieben Sendschreiben
... Wie will man bereit sein für die kom­menden Prüfungen, wenn die Gemeinden schlafen und nicht wissen, woran sie sich halten sol­len? ... Nur im Zeichen des Kom­menden kann daher begriffen werden, was jetzt als Aufgabe der Gemeinde gestellt ist. Darum ist in allen Sendschreiben der Aufruf und die Mahnung zur Umkehr so stark hervorgehoben. ... Die Zusage dessen, was Christus für uns getan hat (1,5f.), tritt demgegenüber in den Hintergrund. Daran ist der Abstand zu erkennen, der die Offb. Joh. von Paulus, der die ersten Gemeinden in Kleinasien gegründet hat­te, trennt. Auswirkungen der paulinischen Theologie sind in den Sendschreiben ... nicht zu erkennen. Für den Seher Johannes liegt das Heil noch in der Zukunft ... Was die Gegenwart erfüllt und bestimmt, ist eben die auf das Kommende gerichtete gewisse Hoffnung. Die Äonenwende ist noch nicht eingetreten (vgl. dagegen 2Kor. 5,17), sondern steht noch bevor (vgl. 21,1ff.). Diese Erwartung wird weithin mit den aus der jüdischen Apokalyptik übernommenen Vorstellungen ausgedrückt. ... er weiß, daß der kommen­de Herr kein anderer ist als der gekreuzigte, auferstandene und erhöhte Christus. Er regiert jetzt schon über sein Volk, das er zur Teilhabe an der kommenden Herrschaft erlöst hat. ...
(von Eduard Lohse, aus: Das Neue Testament Deutsch – NTD, Die Offenbarung des Johannes, digitale Aus­gabe 2001)


meine persönlichen Gedanken zum Bibelwort und für den Gottesdienst

Als ich noch Kind war, wurde immer gegen Laodizea gewettert, d.h. gegen die Welt und das Böse da drau­ßen – und wir sollen uns bloß nicht damit einlassen, damit wir nicht auch ausgespuckt werden. Ich hoffe, niemand muss solche Gottesdienste ertragen oder noch schlimmer, will solche Inhalte verkündigen.

Ich finde es gut, dass nur V.15 als Bibelwort verwendet wird, denn dieser Vers lässt Fürsorge für die Gläubi­gen erkennen und Angenommen-Sein, so wie man ist. Die Lebensweise wird in V.15a nicht bewertet, son­dern einfach festgestellt. Diese Feststellung wäre unnötig, wenn dem Sprecher die Gemeinde, die einzelnen Gläubigen egal wären. Das ist nicht so, siehe V.19a: „So mache ich es mit allen, die ich liebe“. Liebe zur Ge­meinde und zu den einzelnen Gläubigen ist das Motiv für die Aussage in V.15. In V.15b kommt ein Seufzer: Ach, „wenn du doch das eine oder das andere wärst“. Das lässt innere Bewegung und Anteilnahme an den Angesprochenen erkennen.

Der Seher Johannes formuliert in der Offenbarung gerne sehr krass mit harten endzeitlichen Worten aus dem Alten Testament. Die Zeit war damals nicht einfach und als Bibel lag nur das Alte Testament vor. Schwierige Situationen verleiten leicht zu überspitzten Aussagen. Ein positives mitreißendes Vorbild ist in Hinblick auf das gewünschte Ergebnis sicher nachhaltiger, als Angst erzeugende und verurteilende Drohun­gen.

Deshalb lasse ich die krassen, vom Seher verwendeten, Verurteilungen außen vor. V.17 beschreibt mit an­deren Worten noch einmal die Lebensweise und die nichts merkende Unachtsamkeit aus V.15a. In V.18 kommt dann der lieb gemeinte, aber nachdrückliche Rat, der allein aus der Liebe Gottes geboren ist (vgl. V.19a). Dieser Rat für die Zukunft ist ausführlich beschrieben und begründet! Der Rat ist um der Gemeinde willen, um des einzelnen Gläubigen willen gegeben – nicht um Gottes willen, denn er hat bei und für sich die Menschheit durch Jesus Christus ja schon längst erlöst und errettet. Dieses Besorgt-Sein um Gemeinde und Gläubige, ja um alle Menschen, kommt in den Begründungen zum Ausdruck: alle Menschen sollen durch Gottes Heil reich an göttlicher Liebe werden; niemand soll ich schämen müssen, wie Eva und Adam; jeder Mensch soll Gottes bedingungslose Liebe, sein schon wirksames Heil und ein dadurch befreites Leben sehen können. Hier ist keine Rede davon, glauben zu müssen, was man nicht sieht. Es gibt mehrere Ratschläge und das Ergebnis nach der Befolgung der Ratschläge sowie Begründungen, die durch ihre fürsorgliche Art, Offenheit für die Umsetzung der Ratschläge fördern (vgl. V.18-19).

Die Zurechtweisung in V.19 geschieht aus Liebe. Diese Liebe ruft zum Umkehren auf. Die alte Lauheit ist nicht wichtig! Wichtig ist, die Lauheit ab jetzt hinter sich zu lassen. Hier wird nicht nachgetreten, weil die Le­bensweise vorher nicht wie gewünscht war. Jesus würde sich ja zu zutiefst unglaubwürdig machen, wenn er Blinde und Nackte treten würde. Genau das verlangt Jesus auch von dir und mir:
- niemals nachtreten,
- keinen Klatsch und Tratsch in der Gemeinde verbreiten,
- als Amtsbruder die Schweigepflicht konsequent auch gegenüber anderen („höheren“) Amtsträgern einhalten,
- Vorurteile abbauen,
- trotz vielfacher gegenteiliger Erfahrung immer das Beste für die Zukunft annehmen.
Dir und mir soll es nicht gleichgültig (vgl. V.19) sein, wie es unseren Nächsten durch unser Verhalten ergeht.

Umkehr ist genau das Gegenteil von „das war doch schon immer so“ und „das haben wir schon immer so geglaubt“ und „das kann nicht sein, das haben wir immer als Gottes Wort gehört“! Gewohnheit und Tradition, besonders im Gemeindeleben, machen lau, wenn sie nicht immer wieder einmal hinterfragt und damit aufge­frischt und in neue Gegebenheiten eingepasst werden. Glauben ist nicht Festwachsen, sondern immer wie­der einen neue Wege zu Christus finden.

Umkehr ist ein schönes Wort – es hört sich jedenfalls moderner an uns ist verständlicher, wie Reue und Buße. Reue und Buße klingen eher bedrückend und in sich gekehrt, Umkehr dagegen bedeutet Aktivität, die auch von außen wahr genommen werden kann. Ein Beispiel: ich habe mich mit dem Auto „am Ende der Welt“ verfahren und weiß nicht so genau, wo ich bin – „Reue und Buße“: ich ärgere mich über mich, ich neh­me mir vor ein demnächst ein Navi zu kaufen, wegen fehlendem Empfang kann ich per Handy bei niemand nachfragen, ich versuche mich per Karte zu orientieren und bin deshalb auf einen kleinen Parkplatz gefahren – „Umkehr“: ich weiß, dass ich nicht weiß, wo ich bin, ich wende mein Auto und fahre soweit zurück, bis ich einen Wegweiser finde, mit dem ich etwas anfangen kann, von dort aus suche ich einen anderen Weg zum Ziel. Dies Handeln kann jeder sehen. Reue und Buße allein bewirken zunächst gar nichts. Jeder, der am hal­tenden Auto vorbeifährt, denkt, dass ich eine Pause mache und vielleicht auch noch, dass ich es gut habe, weil Zeit für eine Pause habe. Umkehr entsteht aus Erkennen und Handeln. Reue und Buße sind ein kurzer Augenblick beim Erkennen, dass ich so nicht zu meinem Ziel finde. Der Schwerpunkt liegt auf der Handlung, der eigentlichen Umkehr. Durch das sehr kurze Erkennen führt aufkommender Ärger sofort zu einem „Sich-selbst-nicht-so-ernst-nehmen“ und ermöglicht eine (halbwegs) gut gelaunte Umkehr.

Deshalb finde ich „und kehre um“ in V.19 so gut: mach einfach – tu was! Merkst du nicht, dass du so dein Ziel nicht findest. Ich stehe vor dir und will dir einen Weg zeigen (frei nach V.20, angelehnt an das Beispiel). Jetzt kommt die Umkehr: du und ich hören Jesu Stimme, lassen ihn in unser Leben und bringen ihn wieder in die Mitte der Gemeinde. Jesus ist mitten unter uns, wenn du und ich uns in seinem Namen versammeln, zum Reden, zum Essen, zu gemeinsamen Tätigkeiten. Besonders sichtbar gemacht, wird dies miteinander essen (V.20) durch das Abendmahl im Gottesdienst. Das ist keine Gewohnheit oder Tradition – das ist die Verdeutlichung und das Begreifbar-Machen (- im wahrsten Sinne des Wortes -) von Jesu Gegenwart in un­serem Leben. Wenn das Gewohnheit wird, dann ist das wie bei einem alten Ehepaar, dass sich nichts mehr zusagen hat, deren Ehe ein Nebeneinander-Her-Leben geworden ist – ist das schön? Nein – deshalb freue ich mich auf die neue Abendmahlsliturgie. Neu = Leben. Anders = bewusst erleben.

„Wer bereit ist zu hören, achte auf das, was der Geist den Gemeinden sagt!“ (V.22) gilt aktuell für dich und mich. Wenn jeder Einzelne das Brot des Lebens isst, das Leben gemeinsam mit Jesus „isst“ (= im Augen­blick lebt ! ), dann kann sie/er schon heute Stückchen für Stückchen Himmel genießen. Zwar mit „Gräten“ und „schwarz gegrillten Ecken“ der menschlichen Unvollkommenheiten, aber immerhin. Wer Gottes Himmel­reich in dieser Form auf Erden nicht erleben will, der kann durch seine Lauheit den vollkommenen Him­mel bei Gott aufs Spiel setzen. – Aber davor sei Gottes Liebe und Gnade – ich wünsche es jedem!

Ich wünsche uns allen einen liebevoll zur Umkehr zu Christi Heil anregenden Gottesdienst
Fred
03.09.2010 23:02
Dania
unregistriert
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Danke Fred für Deinen Beitrag und Deine guten Wünsche.
Du bereitest mir mit Deinen Beiträgen stets einen Gottesdienst, danke dafür.

Dania
03.09.2010 23:04
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